V2
kündigte Quadrille von acht Paaren, Ritter und Frauen zu Pferde,welche keine Gefahr achtend, von der Bühne her, über die Treppenstu-fen in den Saal hineinritt, und dort die alterthümlich harnarschirten,mit langen Decken bis auf die Hufe verhüllten Rosse, aufs Keckstetummelte. Der Scherz fand allgemeinen Beifall, und unter fröhlichemGelächter sah man den oft widerspenstigen Rossen nach, die sich bäum-ten und ausschlugen, als sie von ihren Reitern und Reiterinnen getum-melt, im Galopp den Schauplatz ihrer Geschicklichkeit verließen, um durchdie übrigen Säle ihren Weg heimwärts zu nehmen, und sich so allenversammelten Gästen zu zeigen.
Während aller dieser Vorgänge im weißen Saale war die Gesell-schaft in den anstoßenden Räumen auf andere Weise ebenfalls sehr wohlunterhalten; denn nach zwei Orchestern wurde in der Bildergallerie undim Rittcrsaale fortdauernd getanzt.
Um eilf Uhr ging man zur Tafel. In mehr als zwanzig meist sehrgroßen Sälen waren hier theilS Tafeln gedeckt (für fünfzehnhun-dert Personen), theils Büffets errichtet, in solcher Menge, so reich ver-sorgt, daß das Souper in vollster Ordnung und Bequemlichkeit einge-nommen wurde, und Damen und Herren mit gleicher Leichtigkeit Plätzeund Erquickung fanden. Bei einer solchen Anzahl von Gästen konntennur die umsichtigsten Einrichtungen und die überreichste Gewährungaller Mittel ein solches Ergcbniß erzeugen. In der That nichts vondem, was bei so ausgedehnten Festen stets gefürchtet wird, und bishervielleicht noch nie ganz vermieden wurde, trat hier ein. Nicht wenigtrug dazu wohl auch die fast bcsorgliche Aufmerksamkeit des königlichenFestgebers selbst bei, der zu verschiedenen Malen, nach allen Seilen hin,sich an seine Gäste wandte, um sich zu versichern, ob es ihnen annichts fehle, und das Fest seinen Zweck, Freude zu verbreiten, überallerfülle.