7
/ 1 ^ ^ ^ - " -' ^ /.
Bei dem Manöver in Potsdam lernte man den König von einerneuen Seite kennen, indem er sich als Feldherr zeigte und durch seinenrichtigen Blick und rasche Handlungsweise alle die überraschte, welcheihn diesen Dingen entfremdet glaubten, weil er sich vom Kamaschen-dienst fern hielt.
An einem schönem Frühlingsmorgen ging der König allein und imschlichten Civil-Uebcrrocke unweit Sanssouci spatzieren und bemerktevon fern eine Frau, welche auf den vor ihren Milchwagen gespanntenEsel eifrig losschlug. Er ging näher und fragte nach der Ursache ih-rer Heftigkeit. Mit Thräncn in den Augen antwortete die Frau: „AchGott! Ich habe so große Eile mit meiner Milch, und nun will derdumme Esel nicht fort. Bin ich nicht zur rechten Zeit in Potsdam, so ver-liere ich alle Kunden. Ich kenne aber seine Mucken schon; wenn ichnur Jemanden hätte, der den Esel von vorn bei den Ohren saßt, undich prügle von hinten aus ihn — dann geht er schon." Der Königfaßte ganz ernsthaft den Esel bei den Ohren, die Frau half nach, derEsel kam in Trab und die vergnügte Milchfrau dankte dem unbekann-ten Helfer freundlichst.
Als der König von seinem Spaziergange heimkam, erzählte er seine