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plötzlich wieder einer Sache bemeistcrn und sie in Buchstaben und For-men einzwängen wolle. Dazu komme, daß es in allen Ländern, wostrengere Ehegcsetze herrschen und die Scheidung erschwert ist, bei weitemschlimmer um die Sittlichkeit und um die Heiligkeit der ehelichen Bandestehe, als bei uns. — Man habe allgemein die Bemerkung gemacht,daß geschieden gewesene Individuen bei ihrer Wiederverheirathung stetsglücklicher geworden seien, reifere Wahl, reellere Zuneigung und Ge-prüftsein habe jedenfalls nebst so vielem Andern dazu beigetragen. Auchhabe Zuneigung gewiß darauf Einfluß gehabt, daß Ehen, die kinderloswaren, bei der Wiederverheirathung gesegüet Wurden. Andere geschie-dene Gatten hätten aus freier Wahl nicht wieder geheirathet, wohl,weil sie fühlten, nicht die Eigenschaften zu besitzen, welche zum eheli-chen Glücke erforderlich sind. Auch diese seien dann in ihrer Art glück-licher, als früher geworden.
Wenn der Staat in Bedrängniß ist — sagt eine Berliner Zeitung —so sordre er jedes Opfer; er verdoppele unsere Auflagen, wir werden eswillig tragen, Geld ist nichts, aber persönliche Freiheit ist Alles. DieEhe greift in das heiligste Geheimniß des Lebensglücks, dies ist der zar-teste Punkt, den es gibt. Knechtschaft, Sklaverei, gedrückte Dienstver-hältnisse, Kummer im menschlichen Leben, Alles ist darum zu ertragen,weil die Hoffnung dem Menschen vorspiegelt, es könne besser werden,da die Möglichkeit dazu da ist, allein eine unauflösliche Ehe ist einGeier, eine Natter, die ewig am tiefsten Innersten des Ehegatten nagt.Alle andern unglücklichen Lebensverhältnisse heben sich durch einen Wech-sel, eine unauflösliche Ehe aber, die nicht mit Glück geschlossen ist, haf-tet wie ein Krebsschaden unheilbar am Dasein und ist jedenfalls daSgrößte Unglück was den Menschelt treffen kann.