Druckschrift 
2/3 (1843)
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Besuch in der Schweiz.

Von hier aus besuchte der König mit seiner Gemahlinn Neuchatel.

Das ganze Land ist unstreitig eins der gebildetsten in Europa, ge-bildet in guter einfacher und reiner Sitte, in Wissenschaft, Kunst undbesonders in dem feinsten Gewcrbfleiß. Die Männer, die in gerin-gen Kitteln an der Esse, am Ambos stehen oder in der Werkstatt sitzen,auch so in den Straßen herumgehen; dieselben Leute lesen Abends dieschwierigsten französischen und englischen Werke über höhere Mathema-tik, Astronomie, Mechanik, Chemie, Naturwissenschaften und disputirendarüber. Ihre Frauen und Mädchen lesen und verstehen das Beste,was die französische Literatur hervorgebracht hat. Einfache gute Sitte,Sparsamkeit, Nüchternheit und feine Bildung zeichnen diese Menschenvor allen andern Schweizern aus. Die jungen Männer reisen alsUhrmacher, Graveurs, Mechaniker w. in der ganzen Welt umher, beo-bachten mit ihren guten Vorkenntnissen überall genau, bringen aus derFremde das Gute mit nach Haus und wenden es verständig an.

Das ganze Land, durch welches der König kam, war ein reich ge-schmückter Festsaal. Grüne blumenreiche Ehrenbogen mit Fahnen, Bän-dern und Kränzen wechselten mit Blumengehängen am Wege, wo denganzen Tag über die gedrängte Menge froh, singend und jauchzend imdichten Regen stand. Dörfer und einzelne Häuser waren noch mehraufgeputzt mit Blumenschmuck, grünen Reisern, Kränzen, Bändern, Tcp,pichen und Fahnen. Nur eines war bei dem schlechten Wetter unddem Drängen der Zeit oft peinigend, die vielen und oft langen Anre-den der Vorsteher und Geistlichen an den König.

Der König antwortete daraus in einem guten und reinen Franzö-sisch, sprach es aber langsam, um verstanden zu werden.