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„Preiset die Reben" gesungen wurde, im Angesicht der erlauchten GästeWeinmost, den sie den Majestäten in antiken silbernen Gefäßen kredenz-ten. In dem Augenblicke, als das erhabene Herrscherpaar den süßenTraubensaft kostete, ertönte die herrliche Melodie zu Claudius allbekann-tem VolkSliede, 'und alle Anwesenden stimmten die Strophe an: „AmRhein, am Rhein, da wachsen unsre Reben — gesegnet sei der Rhein!"
Am dreizehnten September Abends traf der König und die Königinmit einem sehr zahlreichen Gefolge in Godesberg ein; und wurden vondem Volke und der rheinischen Ritterschaft mit Begeisterung empfan-gen. Alle Häuser in Godesberg waren mit Laub geschmückt und amAbend beleuchtet. Gegen sieben Uhr begaben sich die Majestäten nachdem Redoutensaale, welcher von der Ritterschaft zu diesem Zwecke ge-baut war. Der schöne Gasthof Hütet cke Leite -Vue war als Bassisbenutzt, und an die Hauptfronte desselben war in gleicher Höhe wiedas Haus und mit demselben zusammenhangend das Gebäude in derZeit von drei Wochen aufgeführt und aus das prachtvollste ausgestat-tet worden. Zu beiden Seiten des Saales waren Gänge durch rothc,mit Gold reich verzierte Vorhänge von dem Saale getrennt, der von ih-nen aus ganz übersehen werden konnte. Die Decke des SaaleS warvon weißem Zeuge mit goldenen Sternen, und an großen Kronleuch-tern brannten mehr als zweitausend Kerzen. — Den Eintritt des Kö-nigs und der Königin in den Saal bezeichnete ein Kanoncnscblag, dastieg eine Signalrakete oben auf der Burg und eine zweite auf demDrachcnfelS in die Höhe, und im Augenblicke brannten auf den siebenBergspitzcn große Flammen; die Ruine des DrachcnfelS war herrlicherleuchtet. Die Scenerie, die eine gute Viertelstunde währte, machteeinen wahrhaft imposanten Eindruck. Jetzt fiel am Redoutensaal der