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Degenhenkel von massivem Golde, taetansche Götzenbilder,in Prcnßcn gefunden, silberne Jagdpokale des KurfürstenGeorg Wilhelm, in Form einer Flinte und eines Pulvcr-horncs; auch der sonst in der Rüstkammer (im königl. StallBreitcstraße No. 36) befindliche Zauberbogcn der böhmi-schen Prinzessin Libuffa und die Trommel, welche niit derHaut des Hussiten-Anführers Ziska überzogen war, undspäterhin die in dieser alten Harnischkammcr aufgestelltenWaffen i) sind nach der Kunst- und Naturalienkammergebracht worden. Letztere Sammlung ist dann noch durchdas angekaufte Kabinet des Kriegesraths Krüger, von Bo-
1) s. S. 195. Es wird hier die passendste Gelegenheit sein, un-ser»? Versprechen gemäß, noch etwas über die Geschichte der Rüst-kammer seit der Regierung Friedrichs kl. zu sagen. Die darin befind-liche Sammlung alter Waffen erhielt einen bedeutenden Zuwachs, alsdaS Anspach-Baireuthsche der preußischen Krone zussel, und die vor-züglichsten Waffen aus dein Kabinette dcS letzten Markgrafen derNüstkammer zugetheilt wurden. Als die Franzosen, nach der Schlachtvon Jena, viele Kunstsachen von Berlin nach Paris brachten, trasauch daS allgemeine Schicksal die in Rede stehende Rüstkammer undbesonders die dort befindliche Waffensammlung. Wie aber die Preu-ßen in? I. 1814 und 1815 viele von den geraubten Gemälden, An-tiken und andere Kunstsachen als Siegeszeichen zurückführten, kamauch ein Theil der auS der Rüstkammer so wie aus den? Kunstkabi-nette weggenommenen Waffen wieder hierher, jedoch fielen sie sämmt-lich dem Kunst- und Naturalien-Kabinet zu, und die Rüstkammerenthielt von nun an nichts mehr als künstliche Pferde- und Wagen-geschirre, Schlitten, auSgestopste und gemalte Pferde, Zelte u. s. w.ES ist also unrichtig, wenn die Verfasser der neueren Beschreibungenund Wegweiser von Berlin diese Rüstkammer beschreiben, als wennsie noch ans den nämlichen Gegenständen zusammengesetzt wäre, diesie sonst cuthielt; noch unrichtiger ist Rumps'S Angabe in dem Frem-denführer. 1829. S. 39, daß diese Rüstkammer sich in den? Akade-miegebaud: unter den Linden befinde. Dieser Jrrthnm kann nur da-durch erklärt werden, daß das Akadcmiegcbäude auch sonst der königl.Marstall (so wie der Stall in der breiten Straße No. 3b) hieß, weilim untern Stockwerke Pferdestalle für die königl. Pferde waren, undRumpf also ein Stallgebaude init dem andern verwechselt hat.