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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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von I. Wagner, auf Kosten der im I. 1716 verstorbenenWittwe des Kaufmanns Christvpf Stiller, erbauet und imI. 1721 eingeweiht. Sie hat 40 Stimmen und 3 -Ma-nuale. Die Fenster sind rautenförmig verglaset, undam hohen Chor bunt gemalt. Der Farbenton der Kircheist ein blasses Roth, welches sich dem Karmelit nähert.

Die dritte auf königliche Kosten im Innern unter Auf-sicht des Hofbauinspektors und Professors Rabe erneuerteKirche ist die Garniso nkirche. Die vormaligen vierecki-gen Pfeilern sind in kanelirte, auf einem viereckigen Soclestehende, 42 Fuß hohe dorische Säulen umgefchaffen, diedas Ganze in drei Thcile theilen, in das Mittelschiff undin zwei Scitengänge. Der Altar steht am Ende des Mit-telschiffs, auf zwei Stufen erhöhet, mit einem Gemälde vonBegaffe: Christus am Oclberge, so wie mit zwei andernGemälden, an jeder Seite des Hauptgemaldcs, geschmückt,das eine, Christus am Kreuze, von Wach, vorstellend. DieOrgel von Joachim Wagner, mit 50 klingenden Stimmenund einigen Kunststücken, ist die größte die Berlin besitzt;links von der Orgel sind die schon beschriebenen Bilder vonBernh. Rode, einigen Helden des siebenjährigen Kriegesgeweiht i), und in einem der Nebenfchiffe die Gedächtniß-tafeln auf die im Kriege von 18131815 gebliebenen tap-fer» Streitern, von den Gardercgimcntern und der Berli-ner Landwehr. Das Innere der Kirche, die Säulen mitihrem Gebälk, die Wände und Decken haben ein mattesRoth: nur der zum Chor gehörige Einschluß ist grünlichgefärbt.

Da die zwischen der deutschen und französischen Ge-meinde gethcilt gewesene werdersche Kirche am werdcr-fchen Markt baufällig geworden war, so ist sie im 1.1821niedergerissen worden, und die neue, nach Schinkels Zeich-nungen im Styl des Mittelalters aufgeführte, aber noch

I) s. S. 2'U. 269. 270. 283. 389.