Personen vom ersten Range mischten sich nnter den buntenHaufen. In vergoldeten, schön verzierten Phaetons, ineleganten, von allen Seiten mit Glasscheiben versehenenKutschen, oder in sogenannten Wurstwagen, an deren Schlä-gen Pagen und Heiducken standen, fuhren die Prinzessinnender Hauptallee entlang. Offiziere, besonders von den hiergarnisonircnden Kavallerieregimenter, der Garde dü Korps,Gcnd'armcn oder der Zicthenfchen Husaren, wetteiferten, umdurch die Schönheit ihrer Gestalt, die Pracht ihrer Unifor-men, die Gcwandhcit ihrer mit reichen Schabracken dekorie-ren Pferde die Augen der Vorübcrfahrendcn und Gehendenauf sich zu ziehen. Das Ganze gewahrte einen reizendenAnblick, dessen wir uns noch mit Vergnügen erinnern. —Der in dortiger Gegend immer statt findende Zulauf vonMenschen veranlaßtc schon im I. 1760 einen Franzosen,Namens Mouricr, unter einem leinenen Zelte am Sprce-ufer, Kaffee und andere Getränke und Erfrischungen feilzu bieten. Zum Schilde hatte er eine goldene Gans mitder Inschrift: l>lonnoie (klvn oie) Wik roul. Einigeandere betriebsame Schenkwirthe folgten seinem Beispiele.Des Winters wurden die Zelte zusammen geschlagen undwieder nach der Stadt gebracht. Jndeß ist von dieser Ge-wohnheit, den dort am Ufer der Spree noch befindlichen 4Kaffeehäusern die Benennung von Zelten geblieben, selbst alsdiese Zelte sich zuerst in Hütten, und am Ende in große mas-sive Gebäude verwandelten, wovon No. 1 und 2 sogar großeSäle haben, aus denen man an Sommertagcn angenehme grüneWiesen, jenseits der Spree, überschauet, und im Winter,auf dem Eise den Anblick einer großen Anzahl Schrittschuh-läufer genießt, welche die Damen in sogenannten kleinenPikfchlitten herumfahren, was freilich zu Friedrichs 11.Zeiten noch selten geschah, und zu den jetzigen Modever-gnügungen gehört. Hinter diesen Zelten befinden sich Gon-deln zu Wasserfahrtcn, namentlich um sich nach dem ge-rade gegenüber liegenden Moabitcrlande übersetzen zu lassen.Von dem Zirkel aus führt ein Weg, der Spree entlang,
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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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