Druckschrift 
Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
Entstehung
Seite
355
Einzelbild herunterladen
 

355

als theoretischer Kenner der Musik berühmte Marpurg einWochenblatt unter dem Titel: der kritische Musikus an derSpree, schrieb, besonders zur Verthcidigung der deutschenTonkunst, gegen die italienische.

So wie der König die Sozietat der Wissenschaften vonneuem belebet hatte, so wollte er auch die von Friedrich I.errichtete, unter der folgenden Regierung beinahe in einNichts aufgelöscte Akademie der Künste wieder herstellen;er nahm dieserhalb einige Vorschläge an; die Ausführungderselben unterblieb jedoch bis gegen Ende seiner Regierungdenn erst am 5. Februar 1786 wurde diese Akademie er-neuert, und der Staatsminister von Heinitz als Kuratorernannt; am 18. Mai desselben Jahres fand in den Sälender Akademie im obcrn Stockwerke des Marsialls unterden Linden die erste Kunstausstellung statt. Da aber diehiesigen Künstler sich auf eine so kurze Zeit dazu nicht hat-ten einrichten können, so erschienen wenig neue, aber destomehr ältere Kunstwerke von berlinischen Meistern, welche ehe-dem hier gelebt oder sich bekannt gemacht hatten. Denn derKönig, übrigens ein eifriger Beschützer der schönen Künste,berief verschiedene auswärtige Künstler hierher und gab deninländischen Gelegenheit sich zu zeigen. Wir haben schonbei der Beschreibung der öffentlichen Gebäude, Schlösserund Privathäuscr, welche Friedrich II. in Berlin undPotsdam erbauen ließ, die vorzüglichsten Baumeister er-wähnt, die er dabei in Thätigkeit setzte, den Freiherrn vonKnobelsdorf, Boumann den Vater und seinen ältern Sohn,den Artillerie-Obersten Georg Fried. Boumann, Karl vonGontard, Georg Christian Uugcr. Außer diesen berühmterenBaumeistern sind während der Regierung Friedrichs II.noch manche andere Architekten, sowohl in Berlin, als auchin der Umgegend, vielfach thätig gewesen, als Naumannder jüngere, der Ingenieur-Hauptmann Pctri, Fcldmann,Schulze, Riedel, der Oberbaudirektor Schmidt; Mahistre,der den Plassenschcn Kanal anlegte; in Rheinsberg die Ar-chikekten Reisewitz, Eckel, Friede! und Hcnncrt; in Schwedt

3 2