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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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ten, gcfarbtem Leder, rohem Taback, Holz, Wein und Höckcr-waaren zu handeln.

Uin Wechseln oder Handlungsgcschäfte zu schließen,versammelten sich seit dem I. 1761 die Kaufleute undMäckler, alle Tage gegen 12 Uhr unter der Bogenlaubeder Stechbahn als auf einer Börse i).

Der Zustand von Berlin in der letzten Zeit des sie-benjährigen Krieges und gleich nach dem HubcrtsburgcrFrieden, war nichts weniger als erfreulich. Ein großerTheil der Einwohner war verarmt und mußte auf öffent-liche Kosten erhalten werden. Es fehlte an Brod und Le-bensmitteln. Früh des Morgens sähe man schon vor denThürcn der Becker die Menschen in großen Haufen ver-sammelt, welche sich um das kaum halb gar gewordeneBrod schlugen. Der König kam dem Elende zu Hülfe, undöffnete seine Magazine, aus denen Mehl für einen mäßigenPreis verkauft wurde. Allein das Mehl war dumpfig, undnur allmählig wurde die Noth gehoben 2). In den letz-ten Jahren des Krieges waren die Gehalte der Staatsdie-ner in Kassen-Anweisungen gezahlt worden. Dieses Papier-geld hatte aber bei seinem Eintritte in die Gesellschaft be-deutend verloren, weil die Inhaber solches mit großem Scha-den hatten verkaufen müssen; im I. 1763 geschah die Ein-lösung dieser Kassen-Anweisungen, aber in einer, währenddes Krieges geprägten geringhaltigen Münze. Handel undGewerbe würden in die größte Verwirrung gerathen sein,wenn eine Maasregel, welche der Drang der Umständeherbeigeführt hatte, noch länger wirksam geblieben wäre.Der Verruf des leichten Geldes geschah am 1. Juni 1764und der Münzfuß von 175V, wo der König solchen unmit-telbar festsetzte, wurde wieder hergestellt 2). Ein Münzdirek-

1) Nicolai, Th. II. S. 168 u. ff.

2) König, Th. V. Abth. I. S.256.

3) Die nach diesem Münzfuß von 1756 geprägte Münze wurdenach Thalern, Groschen und Pfennigen berechnet, der Thaler zu 21