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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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Poststraße hatte. Eine andere Anstalt welche die Regierungallein übernahm, war die Porzellanmanufaktur. Schon im1.1751 hatte der Kaufmann Wilhelm Kaspar Wegeli an-gefangen, in seinem Haufe an der Ecke der Königs- undneuen Fricdrichsstraße echtes Porzellan zu machen, und Ni-colai versichert als Augenzeuge, es fei ziemlich gut gewesen.Doch standen die Wegclischen Fabrikate, hinsichtlich derMasse und des Geschmacks, weit hinter dem meissenschenPorzellan zurück; und da es, auf diese Weife, dem Unter-nehmer an Absatz fehlte, so gab er, nach einigen Jahren,das Werk wieder auf. An feine Stelle trat seit dem I.1760 der Kaufmann I. E. Gotzkowsky, er kaufte einemsogenannten Künstler Ernst Hcinr. Reichard das Geheim-nis;, Porzellan zu machen, für 10,000 Thlr. ab, erstandvon den von Dorwillefchen Erben das Haus in der Leip-zigcrsiraße No. 4, und traf hier die erste Einrichtung zurFabrikation. Nach dem Frieden suchte er aber das Ganzedem Könige zu überlassen und es gelang ihm. Die Gebäudewurden nun erweitert, die Zahl der Arbeiter vermehrt, undan die Spitze der Manufaktur ein Direktor mit dem Titeleines Gehcimenraths angestellt. Die Sache hatte einen sotrefflichen Fortgang, daß das berliner Porzellan wegen sei-ner Masse, seiner Farben und seiner Malerei in verhältnis-mäßiger kurzer Zeit zugleich beliebt und berühmt wurde.Eine wesentliche Verbesserung erhielt in den letzten Jahrender Regierung Friedrichs II- die bis dahin sehr kostspieligeFabrikation des Porzellans, als man im Preußischen vonden in England erfundenen und von Boulton verbessertenDampfmaschinen zuerst dadurch Kenntnis; erwarb, daß einBcrgwerksoffiziant, Namens Bückling, die Zeichnung zueiner solchen Maschine aus England brachte, und der zei-tige Direktor der Porzellan-Manufaktur, Geheimerath Ro-scnsiicl, die Anwendung der Dampfmaschinen auf die Fa-brikation des Porzellans vermittelte i).

1) Fr. Buchholz. 1827. S. 37 u. folg. u. 1828. S.III.