Druckschrift 
Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
Entstehung
Seite
329
Einzelbild herunterladen
 

329

werk bis nach dem Lagerhause zum Behuf der Färberei ge-leitet wurde — Außer der Manufaktur im Lagerhausehatten noch damals bedeutende Fabriken wollener Waarcnaller Art Joh. Georg Wegeli und Söhne in dem großenGebäude auf der Insel in Köln, Paul und Kornelius Hesse,in der Alcpanderstraße No. 2 u. a. m. Daß das Haus amMonbijouplatz No. 19 im I. 1764 auf königl. Kosten zueiner baumwollenen Sammet- und Manchestermanufaktur,so wie das Haus in der Alexandcrsiraße No. 70 im I.1752 zu einer Seidenmanufaktur erbauet wurden, habenwir schon früher bemerkt. Die Gold- und Silbermanufak-tur für allerlei Gold- und Silberdrath, Lahn, Flittern u.f. w. kaufte Friedrich Wilhelm I. von den SchindlerfchenErben, schenkte die Einkünfte derselben dem PotsdamfchenWaisenhaufe, ließ ihr bei Erweiterung der Friedrichsstadtein eigenes Haus am Wilhelmsplatz bauen, und so bliebdie Ansialt unter königl. Administration bis im I. 1763Friedrich II. diese Manufaktur mit allen ihren Rechten demBankier Beitel Ephraim gegen eine jährliche beträchtlicheNekognition übertrug. — Die Fabricirung und der Debitdes Rauch - und Schnupftabacks in fämmtlichen königlichenLanden wurde einer Kompagnie von Kaufleuten und Fa-brikanten im I. 1765 gegen ein Pachtquantum überlas-sen, bis der König im I. 1766, da die Pächter in Verle-genheit gerathen waren, sie von der Verbindlichkeit der über-nommenen Pacht loszählte, selbst das Ganze übernahm undzum Betriebe des ferneren Tabackshandels eine königlicheGeneral-Tabacks-Administration anordnete. Die nämlichenHäufer welche die Pächter benutzten (No. 3 und 1 amMolkenmarkt) gingen auch zur Administration über, dieaußerdem eine Mühle an der Spree, hinter No. 16 in der

1) DaS Druckwerk treibt jetzt das Wasser nach dem Marianen-bade (No. 18 der neuen Friedrichsstraße), und das Haus an derStralaucrbrücke dient als Eingang zu den Pochhammerschcn Fluß-bädern.