Druckschrift 
Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
Entstehung
Seite
233
Einzelbild herunterladen
 

233

hat die gewöhnliche Krcuzform, ist 10t) rhcinl. Fuß langlind eben so breit. Die Breite des Kreuzes ist 50 Fuß,die Auslage des Portals 25 Fuß. Der Thurm ist vonGerlach, nach Grünbergs Tode, im I. 17l3 angefangenund im 1.1715 gccndigct, und zwischen dem ersten Thurm«aufsatze von korinthischer Ordnung, und der obersten Pyra-mide, noch ein Aufsatz römischer Ordnung gesetzt worden,worin das Glockenspiel, welches König Friedrich Wilhelm 1.der Kirche schenkte, stehen sollte.

Auch die Umgegend erhielt manche Verschönerung. Umdas 1.1000 ließ die Kurfürstin Sophie Charlotte sich un-weit von dem Dorfe Liezcn durch Schlüter ein Schloßbauen, welches sie Liezenburg nannte, und das späterhinim I. 1705, als die Stadt Charlottcnburg gegründet wur-de, den Namen der Stiftern: erhielt. Der Ausbau desSchlosses von Vützow, welches der ersten Gemahlin desgroßen Kurfürsten, einer Prinzessin von Oranien, zu EhrenOranienburg war genannt worden, hatte ebenfalls seinenFortgang. Als im 1.1005 das Schloß von Nosenfcldc mitden übrigen Gütern des in Ungnade gefallenen Marine-direktors Raulä an den Kurfürsten kam, so ward diesesSchloß, welches nebst den: Dorfe nunmehr den NamenFriedrichsfelde annahm, erweitert und verschönert. EinGleiches geschah mit dem Schlosse und Garten von Schön-hauscn, das ein Herr von Grumbkow an den Kurfürstenüberließ, so wie das Schloß zu Köpuick, wo Friedrich alsKurprinz seinen Sitz gehabt hatte, nicht ganz vcrnachläßi-gct wurde i).

Während Berlin und die Umgegend durch ansehnlicheBauten an äußern: Glänze zunahmen, wurde auch durchzweckmäßige Verfügungen mancher Misbrauch abgeschafft.Dem Zunftgeisie in seiner nachthciligcn Wirkung wurdedurch die Verordnung vom 7. Mai 1038, welche alle ge-schlossene, oder auf eine gewisse Zahl von Meistern beschränkte

1) Wilkm, 1820. S. 71-73.