dcrn sctztc auch die Anlage der Fricdrichsstadt fort, zugleichaber war der Baudircktor und Oberiugciiieur Johann Hcin-rich Vehr mit ihm bei diesen Bau beschäftiget; letztererwies die Baustellen an und pruste die Risse der Häuser.Von den drei mit dem Bau der neuen Stadt beauftragtenArchitekten ist er der einzige, der seinen Namen in der da-von benannten Behrenstraße ?) zu verewigen gewußthat 2).
Sehr wohlthätig für die Residenz war auch die Vcr- >,ordnung, wodurch Friedrich ebenfalls schon innerhalb derersten Monate nach seinem Regierungsantritte die Aufkäu-fern der uothwcndigsicn Lebensmittel bei strenger Strafeverbot und dagegen befahl, daß die Lebensmittel an einembestimmten Orte feil geboten werden sollten; und dazuwurde der Neucmarkt als Haupt- Fleisch- Fisch- und Ge-müsemarkt eingerichtet.
Obgleich vom I. 1689 an wichtige auswärtige Ange-legenheiten ohne Unterbrechung den Kurfürsten beschäftigtenund Reisen bald an den Rhein und nach Holland, baldnach Preußen vcranlaßtcn, so blieb kein Jahr ohne irgendeine erhebliche Einrichtung zun: Nutzen und zur Verschöne-rung seiner nunmehr schon aus fünf Städten und vierVorstädten bestehenden Residenz. Im I. 1689 wurde dieschon erwähnte Kapelle, Jerusalem genannt, welche derStraße worin sie liegt, von der Lindenstraße bis zum Haus-voigtciplatz, den Namen von Jerusalems- oder Jeru-salem erst raße und der in der Nähe des Hausvoigtei-
1) ES ist wohl unnöthig den Leser auf die falsche Orthographievon Bären straßc und auf die daraus entstandene, eben so unrich-tige Uebersetzung dieses NamenS, wenn diese Straße, wie cS manch-mal geschiehst, von den Franzosen rue äes ours genannt wird, auf-merksam zu machen.
2) Küster, unter vielen andern falschen Nachrichten, eignet auchdiesem Baumeister den Bau der ganzen Friedrichstadt an. s. Zt. u.N. Berlin, Th. III. S. 1S2, vergl. mit Nicolais Anhang S. 71.