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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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linke Seite an den Linden gehörte nicht -um Vorwerke derKurfürstin, sondern zum Thiergarten. Der Kurfürst ver-gab aber im I. 1678 auch daselbst Baustellen, und manfindet, daß im 1.1681 eine Zeitlang diese Seite die Frie-drichsstadt genannt worden ist. Diese neue Stadt gingbis an die Granze des damaligen Thiergartens, und ward,langst der Behrensiraße bis zur Mauerstraße und nach denLinden hin bis zur Wallstraßc, mit einem Walle und Gra-ben an die Festungswerke gehangt. An der Sprceseite wa-ren auch Festungswerke, welche den ganzen Weidcndamm,bis herunter an die jetzige Fncdrichsbrücke, umfaßten. Hierhatte man auf den Wiesen auch Straßen abgesteckt, unddies hieß die neue Auslage. Diese Erweiterung unter-blieb aber nachher, weil, wegen der Anlage der benachbar-ten Fricdrichsstadt, der Anbau auf der Dorothecnstadt ziem-lich langsam von statten ging. Außer der Lindenallee be-stand die neue Stadt vorzüglich aus zwei parallel mit der-selben laufenden Straßen, wovon die mittlere, (worin dieKurfürstin Dorothea, die Kirche auf der Dorothecn-stadt, vermuthlich von Rütgcr van Langerveld ^), von1678 bis 1687 erbauen ließ) aus diesem Grunde die Mit-telstraße genannt wurde, und die darauf folgende beiAnlegung der Dorotheensiadt die Hirtengaffe und nach-her die Dorotheenstraße hieß, dann den Namen vonletzten Straße zum Gegensatz zu der Mittelsiraße erhielt,bis sie vor einigen Jahren wieder mit ihrer früheren Benen-nung von Dorotheenstraße belegt wurde. Beide Stra-ßen gehen bis an die Wallstraße, als ehemalige Grenze diesesneuen Stadttheils, und im 1.1679 baucte in der Dorotheen-straße

1) Dieser im Z. 1635 zu Nimwegen gcborne Architekt und kur-fürstliche Hofmaler, bauete auch daS jetzige Schloß zu Köpnick im I.168k und starb im 1.169», wie es seine Grabschrift in der Neustädti-scheu Kirche beweiset. Ehe die Kirche fertig war, hielten die Einwoh-ner ihren Gottesdienst bei gutem Wetter unter den Linden, im Win-ter aber im Hause des Hainburger Boten, Paul Grote.