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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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Wallstraße oder Neukoln schlechtweg, vom Spittcl-markt bis zur Waiscnhausbrücke, nebst einigen wenig be-deutenden Straßen, als die Splittgerbergassc ^).In der Wallsiraßc ist nur aus alteren Zeiten zu bemer-ken, daß der Gehcimcrath von Kroscgk im I. 1705 dasHaus No. 72 erbauen, und als ein großer Liebhaber derAstronomie niit zweien Observatorien versehen ließ, woKirch, Vater und Sohn, Hoffmann, Wagner und derdurch seine Reisen berühmte Kolbe von 1705 —1710 ihreastronomischen Bemerkungen machten, und daß der Königl.Salzhof, No. LI, die Magazine enthaltend, wo das Salzin Tonnen verkauft wird, noch da ist wo sonst die Salz-hauser nebst der kurfürstlichen Heubindcrci waren. DerGraf Rochus zu Lynar fing um 1589 zuerst an, zum Be-Hufe Berlins und der umliegenden Gegend, graues Salzkommen zu lassen welches in Spandow oder Berlin raffi-nirt ward. Er ließ auch Salz von Lüneburg kommen, vonwelchem Handel der Vortheil zwischen dem Kurfürsten Jo-hann Georg und dem Grafen gethcilt wurde. In Berlinmuß der Rath vcrmuthlich eine ähnliche Anstalt gemachthaben; denn man fand in den Salzhausern, nach Nicolai'sAngabe 2), Spuren, daß sie früher zum Raffiniren des Sal-zes eingerichtet gewesen sind. Im I. 1675 wurde deinNathe zu Berlin, wegen pcrschiedcncr Kämmerei-Pcrtinenz-stücke die er bei der Befestigung verloren, die Orbeden, Ge-richtcngclder und andere Zinsen erlassen, wogegen der Rathdem Kurfürsten die beiden Salzhäufer nebst dem dazu ge-hörigen Platze, also von No. 84 bis LI, abtrat.

Auf dem Platze des jetzigen Schlosses und Gartensvon Monbijou in der Spandaucrvorstadt war schon amEnde des löten Jahrhunderts ein kurfürstlicher Garten,der aber im dreißigjährigen Kriege ganz verfiel. Im I.

1) Der Namen dieser Gasse kommt daher, weil der Garken desBankiers D. Splittgerber, jetzt zum Theil der Freimaurerloge zu dendrei Weltkugeln gehörig, daselbst liegt.

2) Nicolai, TH.I. S. 136,137.