199
gaste aufhörte i). Die Kursiraße, wie schon bemerkt,zur Ehre des großen Kurfürsten so genannt, von dem Spit-
in einem Seitengebäude des Schlosses in der Nähe der Spree, bisder große Kurfürst sie in den zur Wasserkunst eingerichteten Thurmverlegte, der nunmehr der Münzthurm hieß. Als König Frie-drich I. das Schloß durch Schlüter wollte erhöhen lassen, wurdedaS Gebäude N o. 2 in der Unterwasscrstraße zur Münze eingerichtet.Nebenbei war in No. 3 das HauSvoigteigericht vom Schlosse versetztworden. Als nun im Z. 17ölZ die Münze erweitert werden mußte,nahm man No. 3 dazu, und die Hausvoigtei bekam ihr jetziges Lokal.
1) Hiervon heißt die Kaie oder Straße rechts am Friedrichsgra-ben in Köln, von der Insel- bis zur großen Spreegassenbrücke: ander Friedrichsgracht oder Friedrichsgraft und berührt dieJnselbrücke, Roßstraßcn- Grünsiraßen - Gertraudten - und großeSprcegassenbrücke: von da bis zur Schleusenbrücke heißt die Kaiean der Schleuse, so wie vo>z der wcrdcrschen Seite die Kaiezwischen der Gertraudten- und Spreegassenbrücke die Oberwasser-straße, von da an bis zur Schleusenbrückc die Unterwasser-sir a ß e genannt wird. Die gr oß e S p r e eg asscnbrü cke überden Schleuscngrabcn und die kleine Spreegassenbrücke überden Mühlengraben werden auch im gemeinen Leben die große undkleine Iungscrnb rü cke benannt. Diese Namen finden sich inmehreren neuern Topographien der Stadt, auch selbst Nicolai hatsie aufgenommen, ohne jedoch den Ursprung der Benennung zu er-klären. Die Tradition erzählt hierüber Folgendes. Nahe der Brücke,beinahe an der Ecke der Spreegasse, No. LI der Straße an derFriedrichsgracht, waren ehedem und bis zum I. 1l>60 kleine Häuserund Gärten, die der Geheime Kriegsrath Happe nach und nach ansich kaufte, sie dann im I. IblX) an die Kaufleute Blaue und Boycrveräußerte, die dort Wohnungen für ihre Landsleute, die aus Frank-reich nach dem Brandenburgischen geflüchteten Reformirten einrichtenließen, wodurch das Haus die Benennung von französischenHof bekam; das Vorderhaus ließ dann der Geheimerath Gautierde la Croze im I. 1747 durch Feldmann, so wie es jetzt ist, erbauen.Unter diesen rekügres waren mehrere Goldschmiede und Handwerker,die verschiedene feine dem Lande bis dahin unbekannte Arbeiten machten,und längs dem Graben auf beiden Seiten der Brücke hölzerne Budenhatten, wo ihre Waaren feil geboten wurden. Eine Familie Blan-chct besaß eine solche Bude, und die weiblichen Mitglieder derselbenbeschäftigten sich mit dem Nähen feiner Wäsche, Waschen und Rc-