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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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schule zu errichten, wählte dazu die Stadt Frankfurt a. d.Oder, wcihcte im I. 1566 die neue Universität ein, ver-schaffte ihr gute Lehrer, die zum Thcil aus Leipzig dahinberufen wurden, und hatte die Freude, daß schon im er-sten halben Jahre unter dem Rektor Koch von Buchen ausFranken, der »ach damaliger Sitte den Namen Wimpinaangenommen hatte, weil er die Schule zu Wimpfen be-sucht hatte, sich über tausend junge Leute in die akademi-sche Matrikel einschreiben ließen.

Die St. Marienkirche, der nach ihrer Herstellung ge-gen Ende des 14ten Jahrhunderts mehrere Altäre undfromme Stiftungen geweiht wurden ^), traf im I. 1514am Abend des St. Burkhardstages ein neuer Brandscha-den durch die Unvorsichtigkeit des Küsters bei dem Tränkendes Uhrenscigcrs mit Oehl. Sei es indeß, daß der Schadenicht von Erheblichkeit war, oder daß sich bald Mittelfanden, der geschehenen Zerstörung abzuhelfen, welches ausMangel an Nachrichten nicht nachzuweisen, so ist doch soviel gewiß, daß der Gottesdienst in der Kirche ohne wei-tere Unterbrechung fortgesetzt werden konnte.

Noch immer wurde im Allgemeinen bei den Schöppcn-stühlcn, so wie bei den späterhin für Schuld- und Civil-klagcn von den Markgrafen des baicrifchcn und luxembur-gischen Hanfes errichteten Vogtcigerichten, von denen inweiterer Instanz bei dem höchsten Dingstatt in des Käm-merers Kammer zu Tangermünde appcllirt werden konnte,nach Gewohnheitsrechten, nach dem Sachsenspiegel, demRichtsicig zum sächsischen Landrcchte oder nach den beson-deren Stadtrechten einer jeden Kommune das Urthcil ge-sprochen. Man fing jedoch schon an, nach dem Beispieleder Rcchtslchrer zu Bologna, das römische Recht auf eini-gen Universitäten in Deutschland zu lehren, und Karl IV.bestellte den berühmten Bartolus de Saxofcrato, Lehrer zu

1) Klein, Geschichte der Marienkirche. S. 810.