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Der hochfahrende Sinn, welcher nach den Vorzügender Reichsstädte trachtete, verlor sich bei den Berlinern,seitdem ihre städtische Verfassung verändert, sie ihrer Vor-,rechte und Privilegien beraubt, und ihr alter Bürgersiol;dadurch gedcmüthigt worden war. An die Stelle derängstlichen Obhut über ihre Rechte trat eine stille undruhige Betriebsamkeit, welche sich an den durch den Auf-enthalt des Hofes eröffneten reichen Erwerbsquellen er-freucte, und den ehemaligen widerspänsiigcn Geist gänzlichverschwinden ließ. Dabei blieb aber viele Anhänglichkeitan alte gute Zucht und Sitte. Im I. 1486 verordneteder Rath in einer Poltzci-Ordung, in welcher den Schläch-tern, Bäckern und anderen Gewcrkcn gewisse Gesetze vorgc-gcschricbcn wurden, in Absicht der Frauen, welche „an derUnehre fassen oder sonst in unziemlichen sündigen Wesenund gemein wären" daß sie, zum Unterschiede von from-men und ehrbaren Frauen, entweder die Mäntel über denKöpfen oder kurze Mäntelchcn bei Strafe der Pfändung,tragen sollten i).
6) Berlin und Köln im XVI. Jahrhundertunter Joachim l- (1499—1535), Joachim 11.(1535 — 1571) und Johann Georg (1571 —1598).
Joachim I. mit dem Beinamen Nestor, Sohn desJohann Cicero und sein Nachfolger im 1.1499, genoß inseiner Jugend der Erziehung des gelehrten Bischofs zuLcbus Dietrichs von Bülow, und wurde nicht nur inSprachen sondern auch in der Geschichte und Astronomieunterrichtet. Daher er auch jederzeit ein Beförderer derWissenschaften war, die bis dahin sowohl in Berlin, alsin der Mark überhaupt, wenig Fortschritte gemacht hatten.An seinem Hofe sähe man die ausgezeichnetsten Gelehrten
1) Wilkcn, 1820. S. 81 — 82.