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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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Bürger von Berlin und Köln von den Weiden raubte undauf sein Schloß Bötzow trieb, dann von den ihn nach-eilenden Bürgern mehrere tödtlich verwundete, scchszchnnamhafte Einwobncr mit Pferd und Waffen gefangen nahm,und sie wie Diebe mit den Füßen in eiserne Fesieln legte,um ein ansehnliches Lösegeld zu erpressen.

Wenn gleich Berlin und Köln immer ansehnlicher undbedeutender geworden waren, so ve>. dankten sie diese Be-deutsamkeit nur dem kräftigen Geist und der lebendigenBetriebsamkeit ihrer Einwohner, nicht dem Umstände, daßdie Landcsfürsten die Stadt zum Sitz ihres Hoflagcrs ge-wählt hatten, wie es schon aus dem vorher gesagten um-ständlicher hervorgehet. Denn schon die Anhaltischcn Mark-grafen hielten ihre gewöhnliche Hofhaltung thcils zu Span-dow, theils in der Altmark, vornehmlich zu Salzwedcl,Stendal oder Tangcrmünde, und nur wenn Regierungs-geschäftc, Landtage oder andere Begebenheiten sie nach Ber-lin riefen, wohnten sie einige Zeit hier. Häufiger als dieAskanischen Fürsien scheinen zwar die VrandenburgischcnRegenten aus dem Baierischcn Geschlcchtc im hohen Hanseihren Hof gehalten zu haben, wenigstens werden schon seitdem Markgrafen Ludwig I. die zu Berlin vollzogenen Ur-kunden zahlreicher ^). Unter dem Luxemburgischen Mark-grafen war aber von dieser Stadt als von einer Residenzder Landesherr» wieder weniger die Rede, sondern wennsie sich in der Mark befanden, so bewohnten sie das schöneSchloß, was Kaiser Karl IV. zu Tangermündc im I. 1374erbauen ließ, und welches die Schweden während des drei-ßigjährigen Krieges im I. 1649 verwüsteten.

1) Nicolai, Eml. S. XXVII.