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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
Entstehung
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Berlin, ehedem in der Probstgasse No. 7, worin jetzt dasLuisensiift ist, zur Entstehung dieser Straße schon im 13tcnoder I lten Jahrhundert Veranlaßung gegeben haben. Daswahrscheinlich im Anfange des Ilten Jahrhunderts crbaueteRathhaus für den vereinigten Rath von Berlin und Kölnün der Poststraße i) gab zugleich Gelegenheit zu einer zwei-

t) Nach einer weiter unken erwähnten Urkunde war der Rathvon Berlin und Köln im Anfange deS täten Jahrhunderts vereinigt.Ob aber diese Vereinigung schon früher Statt fand, und das ersteRathhaus, sei es bloß für den Rath von Bertin, sei eS für den ver-einigten Rath beider Städte, am Mühlendamme, da wo jetzt derMühlenhos isch nn tsttcn Jahrh. gestanden habe, bleibt zweifelhaft',bestimmter ist eS aber, daß im täten Jahrhundert «in gemeinschaftlichesRachhaus für den vereinigten Rath von Berlin und Köln in derNahe der langen Brücke erbauet wordc» ist, und eine anderweitigeVerbindung zwischen beiden Städten, vermittelst einer neuen hier an-gelegten Brücke, in Folge dieses rathhäuslichen Baues entstanden ist,daher die Brücke die neue hieß, ehe man ihr den Namen der lan-gen Brücke gab. In einer Urkunde vom I. lllöv (Küster, Th.IV. S. 17ä) heißt daS Gemeindehaus! dat NadhuS br> der nyenBrüghen, zwischen becden Steeden, und in einer anderen vom I.1äW (Gerkcn, Lock, ckiplorn. Th. V, S. ttä.) dat Radhus by derlangen Brüggen. Ganz falsch schließt Küster daraus, das Nath-hauS habe ans der langen Brücke gestanden, da dies nirgends wederin einer Urkunde noch in einer Chronick gesagt wird, und es sichgar nicht denken läßt, daß man, ohne Noth, mitten ans dein Strom,gleich unterhalb dem Gerönne der Mühlen, das dadurch nothwendighätte gehindert werden müssen, habe ein Gebäude aufführen nwllen;auch ist die Brücke später als daS Nachhalls entstanden. Viel bcxwährter ist Nicolais Vermuthung, das Nachhaus sei in der Post-straßc, in der Gegend der Häuser No. ä t>, gewesen; denn nachder Trennung des Raths beider Städte im I. 1 iä8 fiel das Rath-haus dem Kurfürsten anheim, und ward im I. lülä abgebrochen.Nun weiß man, daß die drei erwähnten Häuser, wovon besondersNo. ü. sich noch durch seine alterthümlichc Bauart im Aeußern undInnern auszeichnet, schon im Allsange des löten Jahrhunderts kur-fürstliche Häuser gewesen, hiernach zur Münze benutzt, uud daraus,als Burglehne verliehen worden sind. Da also das Rathhaus einkurfürstliches HauS geworden ist, so schließt Nicolai daraus, eS habe