44
Albrecht der Bär im I. 1158 mit Ulrich Bischof zu Hal-dcrstadt, das heilige Grab besuchte, lernte er diese Anstaltenkennen, und die Johanniter und Tempelherren, die er insLand zog, banetcn mit seiner Einwilligung mehrere solcheVerpflegungshäuscr in der Mark; unter diesen Hospitälernwaren zwei Klassen am häufigsten. Erstens, nach dem inRom für die deutschen Wallfahrer gestifteten Hospital zumheiligen Geist im Sachscnlandc ssli L. Spirno in Sal-W),wurden ebenfalls im Brandenburgischen, zur Pflege der aufder Reise nach Jerusalem und der Rückkehr von dort nachihrem Vatcrlande krank gewordenen Pilger, Hospitäler zun,heiligen Geist in Stendal, Salzwcdcl, Brandenburg, Frank-furt u. s. w. und fo auch eins in Berlin gestiftet ^).Zweitens wurden eine -Menge Kreuzfahrer und Pilgrimmc,in Folge der ungesunden Nahrung, welche sie oft genießenmußten, und des Mangels an Reinlichkeit mit einem bös-artigen Aussatz, mit einer Art Skorbut, befallen, und daman ihn für unheilbar hielt, so beschloß man, diese Aus-sätzigen in besondere Häuser, außerhalb der Städte, ein-zusperren, um dadurch die Ansteckung zu verhindern. DieseAussatzhäuscr (ckomuz leprcckvrum) wcihctc man den: Rit-ter St. Georg, welcher in der Vorzeit für den Schutzpa-tron tapferer Krieger gehalten wurde, um auf diese Weisevielleicht daran zu erinnern, daß diese Häuser erkranktenHelden und frommen Menschen erbauet wären, welche Le-ben und Gesundheit daran gesetzt hätten, um am heiligenGrabe Buße zu thun, oder das gelobte Land den Händender Ungläubigen zu entreißen. Solche Aussatzhäuser gabes ebenfalls in Stendal, Salzwcdcl, Brandenburg, Frank-furt an der Oder u. f. w. und zwar fämmtlich außerhalbder Ringmauer, so wie auch das zu Berlin vor der Stadtlag, jcnfcit des davon benannten St. Georgenthors oderJürgenthors (nachherigcn Königsthors). Diese Hospitäler
t) Möhsen, Geschichte der Wissenschaften u. s. w. S. 277 ».ff.