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Wcrsebc, in seinem trefflichen Werke über die nieder-ländischen Kolonien in Deutschland im INen Jahrhundert,hat bewiesen, wie übertrieben die Vorstellungen sind, wel-che sich die meisten Gelehrten von der Veranlassung unddem Umfange dieser Ansiedelungen der Rhein- und Nieder-länder und ihrem Einfluße auf Verfassung, Sitten undKultur in Nicderdcutschland gemacht haben, indem dieseKolonisten, mit wenig Ausnahmen, nicht sowohl dazu be-stimmt gewesen sind, die durch die Eroberungskriege ver-wüsteten slavischen Länder zu bevölkern, als die von denWenden nicht angebauten sumpfigen Gegenden an der We-ser, Elbe, Nord- und Ostsee urbar zu machen. Mit demnämlichen kritischen Ucberblickc, mit welchem dieser Schrift-steller dieses Kolonisations-Shstcm der Rhein- und Nieder-länder untersucht hat, ist er auch mit Helmolds Erzählungzu Werke gegangen, um den wahren Sinn der sehr unbe-stimmten Ausdrücke dieses Chronisten festzustellen. Hiernachmüssen wir die niederländischen und rheinischen Anbaucr,die Albrccht der Bär in seine Länder rief, theils in derAltmark, namentlich in der Wische und in den Gegendenam Ufer der Havel, theils in den sächsischen Ländern amjenseitigen Ufer der Elbe, von Stendal bis Meissen hinsuchen. Daß die Sprcegegcndcn dazn gehörten, wird nir-gends gesagt, und der Schluß, daß weil Albrccht I. Nie-der- und Rheinländer in die Marren und Elbgcgcnden rief,diese auch Berlin, nach Vertreibung der Wenden, bevölkert,und Köln, als eine neue Kolonie, angcbauet haben, beruhtauf keinem geschichtlichen Grund, sondern ist eine von denAngaben, die von einem Jahrhundert zum andern von allenChronisten und Geschichtsforschern so oft und so langewiederholt worden sind, daß man es kaum wagt, sie an-zugreifen i).
Nico-
1) A. von Wersebe über die niederländischen Kolonisn in Nord-deutschland iin XII. Jahrhundert, Th. II. S. 441 u. s. w.