Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
457
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seiner Zeit hochgeachteter Geistlicher und Schriftsteller, hateine Biographie Friedrichs des Großen herausgegeben, undweil er sich von diesem zurückgesetzt und verletzt glaubte undmanche scharfe, sarkastische Cabinctsordre nicht verschmerzenkonnte, beurtheiltc er auf seinem individuellen StandpunkteFriedrich i>. einseitig und sammelte in seiner Schrift allesNachtheilige und Schwärzende, was er über seinen Charak-ter, namentlich in religiöser Beziehung, zusammen bringenkonnte. Ucber dieses Buch sagte nun der Recensent kurzund treffend:Es giebt wenig Menschen, die eingescheutes Gesicht machen, wenn sie in dieSonneseh cn."

Scharmant, ganz scharmant!" siel der König ein undum Seinen Mund schwebte ein satyrisches Lächeln, das, immergemischt mit Gutmüthigkeit, einen eigenthümlichen Zauberhatte.

Einmal eingegangen in den interessanten Gegenstand,erlaubte ich mir die Bemerkung: daß Friedrich am Meistengetadelt sei in religiöser Beziehung.

Der König runzelte die Stirn und sagte:Sie berüh-ren da einen Punkt, über den ich nicht gern spreche. Ichhabe darüber so viel Einseitiges und Verkehrtes hören undlesen müssen, daß es nur widerwärtig geworden ist." Dannschwieg Er stille: aber aus tiefer Brust Athem holend, wieansetzend, fuhr Er fort:Große, ausgezeichnete Menschen, andenen Alles individuell und originell ist, darf man nichtnach gewöhnlichem Maßstabe messen: sie haben ihren eigenthümlichcn, so wie Alles an ihnen cigenthümlich ist. Solchenkönnen aber nur diejenigen anlegen, die sich selbst über das