Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
455
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dieser Stelle hier, auf dieser Bank war es, wo ich ihnzum Letztenmal sah und sprach. Mich beglückte seinWohlwollen, das in Zärtlichkeit überging. Er pruste michin den wissenschaftlichen Gegenständen, in welchen ich da-mals unterrichtet wurde, namentlich in der Geschichte undMathematik. Ich mußte in Französischer Sprache mit ihmreden; dann zog er aus der Tasche Lafontaines Fabeln, vondenen ich eine übersetzte. Zufällig war es gerade eine solche,die ich beim Informator eingeübt hatte und die mir geläufigwar. Dieß sagte ich, als er meine Fertigkeit lobte. Seinernstes Angesicht erheiterte sich, er streichelte mir sanst dieWangen und setzte hinzu: So ist's recht, lieber Fritz; nur im-mer ehrlich und ausrichtig! Wolle nie scheinen, was du nichtbist; sei stets mehr, als du scheinst." Diese Ermahnung hatauf mich einen unauslöschlichen Eindruck gemacht und Ner-stellung und Lüge sind mir von Kindesbeinen an zuwidergewesen und geblieben."

,,Vorzüglich ermunterte er mich zur Fertigkeit in derFranzösischen Sprache; sie sei die diplomatische in der ganzenWelt, und wegen ihrer Flexibilität auch dazu vorzüglich geeignet.Wirklich spreche ich sie auch, weil sie biegsamer ist, fertiger,als die Deutsche; doch ist diese mir lieber. Als mich Frie-drich entließ, sprach er:Nun Fritz, werde was Tüchtiges iinrLxeellvnee. Es wartet Großes auf dich. Ich bin amEnde meiner Earricrc und mein Tagewerk ist bald absolvirt.Ich fürchte, nach meinem Tode wird's IVIAIo gehen.Ucberall liegen Gährungsstoffe, und leider nähren sie die re-gierenden Herren, vorzüglich in Frankreich, statt zu calmirenund erstirpiren. Die Massen fangen schon an, von unten aufzu drängen, und wenn dieß zum Ausbruche kommt, ist der