Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
444
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So hatte Er sich losgemacht von irdischen Banden undeinen freien Sinn errungen, den nichts mehr beengen kann.Wie ein Unsterblicher wandelt Er fortan unter den Sterb-lichen; Er besitzt noch, aber, als besäße Er nicht. Er hatnoch, aber, als hätte Er nicht. Er freuet sich noch, aber, alsfreuetc Er sich nicht. Das Bild und der Charakter desChristen tritt immer herrlicher in Ihm hervor.

Mit dieser hohen Resignation stand Friedrich Wilhelm III.in den letzten Jahren Seines Lebens über demselben.Die Stürme und Wolken, die Sein Schicksal lange umschlos-sen, hatten sich längst gelegt und zu Seinen Füßen gesenkt.Auf der Höhe desselben stand Er in heiterer Ruhe; hintersich ein Leben voll Arbeit und Mühe; um sich ein reichesErntefeld; vor sich die nahe Ewigkeit mit ihren Verheißungen.Er selbst war nun größer, als Sein Werk, und fertig mit dem-selben, reif für eine höhere Ordnung der Dinge.

Und als 1840 der Tag der Pfingsten erfül-let war, standen alle, alle Seine Kinder cinmüthigbei einander" an Seinem vom Frieden Gottes umwehe-ten Sterbebette, und sanst und selig entschlief Er unter ihrenThronen und Gebeten.

Durch das ganze Land aber, von der einen Grenze biszur anderen, haltete wie Abcndgcläutc das große Wort:

Selig ist der Mann, der die Anfechtung erdul-det; denn nachdem er bewährt ist, wird er dieKrone des Lebens cmpsahcn."