sofort die Rede an ihn nach Diesem und Jenem, Halle betref-fend, fragend. Jetzt entwickelte Nicmeyer sein eminentes Ta-lent der geselligen Rede in seiner ganzen Anmuth: er wußtegeschickt, leicht und gewandt an die Bemerkungen des Kö-nigs die jedesmal passenden Uebergänge zu knüpfen, den Fa-den der Unterredung festzuhalten und auszuspinnen: erzählteheitere Anecdoten aus seiner Deportations-Rcise ; sprach geist-reich über die eigenthümliche Verfassung der Universität Ox-ford, und war dabei so unbefangen und in der Wahl undStellung seiner Ausdrucke, wie auch zugleich in feiner Sitte,so elegant, daß die ganze Tischgesellschaft ihn liebgewannund der König ihn mit Vergnügen anhörte.
Nach aufgehobener Tafel nahmen er und ich im ande-ren Zimmer die bezeichnete, entfernte Stelle am Fenster ein.Es währte auch nicht lange, so näherte sich der König ge-müthlich und vergnügt, mit höher aufgehobenem Tritt lindSchritt, wie Er zu thun pflegte, wenn Ihm wohl war, lindsagte zu Niemeyer: „Haben mich sehr angenehm unterhalten;danke Ihnen! Was bringen Sie?"
„Ach!" antwortete er, „ich bringe nichts: ich möchte gernmir eine Königliche Gnade holen." — „Nun, was denn?" —Und jetzt trug er, in ehrerbietiger, doch männlich würdigerHaltung und gedämpfter Stimme, seine Bitte um die Kö-nigliche Donation eines Universitäts-Gcbäudcs für Halle mitso ansprechenden Motiven vor, daß sein Vortrag sichtbar denbezweckten, angenehmen Eindruck machte.
Um so unerwarteter war die sonore Aeußerung des Kö-nigs : „Ist schon mal, wie ich mich erinnere, die Rede davon