Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
142
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sich schnell und richtig auf jedem Terrain und traf und maßim verschiedenartigsten Umgänge immer das Rechte und Schick-liche. Vielleicht hat es mit ihm gleichzeitig keinen akademi-schen Professor und Doctvr gegeben, der eine so vielseitige,praktische und gewandte Lcbcnsbildung hatte, beim abstractenGelehrten, Schriftsteller und Dichter zugleich ein so tüchtigerGeschäftsmann, und beim schlichten, einfachen Bürger zugleichein so feiner tactfestcr Hofmann, als er es war. Seine großekörperliche-Gestalt und ihre gerade Haltung imponirte; seinesonore, langsam und deutlich articulirende, pathetische Stimmeerregte und fesselte die Aufmerksamkeit; sein Gang war ab-gemessen, und sein ganzes Wesen hatte etwas Feierliches,doch fern von jeder Pedanterie. Licht und Wärme warenin seinem Geiste und Herzen glücklich gemischt, und Allen,die mit ihm sympathisirtcn, war wohl in seiner Nähe. Hei-ter, gutmüthig und gesprächig wußte er jeder Unterredungin rhetorisch-poetischer Ausfassung Schwung zu geben, underzählte sehr anziehend. Edel in seiner Gesinnung, rein inseinen Sitten, glücklich in seiner Ehe, zufrieden in seinemHause, uneigennützig in seinen Absichten, unermüdct thätigfür Andere, voll Eiser für das gemeinschaftliche Beste, wohl-habend und gastfrei, — war er offen und unbefangen, ließ sichjedoch nie gehen, und blieb immer in einer würdevollen Hal-tung. Was man Schmucklosigkeit und kindliche Einfaltnennt, hatte er, wenigstens im Umgange, nicht; doch gingman immer befriedigt von ihm und kam gern wieder. Hatteman mit ihm Geschäfte, so konnte man auf ihn bauen: erwar pünktlich, zuverlässig und redlich. Anfeindungen, die ervielfach erfuhr, ertrug er stillschweigend, und ein lebhaftesEhrgefühl fand es unter seiner Würde, sie zu beantworten;sah er sich aber genöthigt, unwürdige Angriffe zurückzuweisen,