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scheidet," so stehet der Hochselige König unterschieden undentschieden in Seinem Charakter da, als Regent und Mensch,und wenn jemals ein regierender Herr einen destimmtenCharakter, namentlich in sittlicher Hinsicht, durch Wort undThat bekundet und offen vor der Welt dargelegt hat, sowar Er es. Die Eigenschaften desselben waren dabei so in-dividuell persönlich, treten überall so bestimmt und klar hervor,daß Jeder, der das Glück gehabt hat, langer in Seiner Nähezu leben, nur treu, einfach und wahr die einzelnen Züge zu-sammenzustellen und zu verschmelzen braucht, um das origi-nelle Bild nach dem Leben zu treffen.
Sein Charakter war wahr, und in der Wahrhaftig-keit liegen implicite alle anderen schönen Eigenschaften dessel-ben. Die Natur schien Ihn ganz besonders für diese Tu-gend aller Tugenden organisirt zu haben. Er war eines jenerhohen, edlen Gemüthcr, denen die finstere Lüge von Hauseaus zuwider ist. Die Lüge, diese Sünde aller Sünden,nannte Er eine Todsünde, und mit der heiligen Schrift „denTeufel einen Vater der Lügen." Wie Er dachte und fühlte,wollte und meinte, so sprach Er es stets klar und bestimmtaus; das hörte man an dem Tone Seiner sonoren Stimme,das las man in den edlen Zügen Seines offenen Angesichts.Machte Klugheit ihm Zurückhaltung zur Pflicht, so schwiegEr gänzlich stille und wies jede indiscrcte Frage ernst undoft morös zurück. Schlangcnklugheit und Taubencinfalt warenin Ihm mit einander verbunden; jene hatte Er als Regentgelernt und eingeübt, diese war Ihm von Natur eigen. Beijener that Er sich sichtbar, im Bewegen der Achseln undim Halten des Kopfes, Gewalt an, — in dieser ließ Ersich, als in Seinem Elemente, gern harmlos gehen.