Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
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gender geistiger und sittlicher Größe ist zuerst von der kör-perlichen genommen und von dieser auf jene übertragen, sodaß, wenn die körperliche fehlt, die Geltendmachung der gei-stigen schwerer wird. Diejenigen, welche in menschlicher Rang-ordnung über Anderen und höher stehen, sieht man gern auchin ihrer Gestalt hervorragend, und dicß liegt so tief im ver-gleichenden Maßstabe menschlicher Urthcilc, daß unstreitigdaher die Prädicate entstanden, welche In allen Sprachensürstlichen Personen und regierenden Herren beigelegt sind.Man nennt sie Erlaucht, Durchlaucht, Hoheit, Majestät, umso lieber, wenn schon ihre äußere Erscheinung hohe, klare,erhebende sinnliche Eindrücke macht, und man beim erstenAnblick es ihnen gleich ansieht, daß sie Fürsten sind.

Der verewigte König Friedrich Wilhelm M. hatteeine hohe königliche Gestalt. Die Natur hatte ihn auffallendvortheilhast gebildet, und bekannt ist, wie ein Fremder, derIhn nie gesehen, neben Ihm, im einfachen Obcrrock ohne äußereZeichen gekleidet, im Thiergarten hergehend, von der schönenGestalt gefesselt, ihn lange anschauend, so unwillkührlich er-griffen wurde, daß er das Haupt entblößend sich verbeugte,und dann später erst erfuhr, daß es der König gewesen.Achnlichcs ist oft, namentlich an fremden Orten, wo manIhn nicht kannte und wo Er das Jncognito liebte, geschehen.So liegt es in der Natur der Sache und des Menschen,wenn zu den äußeren Vorzügen auch die Innern kommen.Ist der Mensch wahr, klar und ausrichtig, so drückt sich,auf welcher Stufe er auch stehen, in welchem Berufe erauch leben mag, das Vorherrschende und Permanente seinesInnern allmählich in seinem Acußcrn aus, und sein Körperwird das Abbild seiner Seele. Nach dem Innern Lebensfern