VI
thun in die Stille der gemächlichen Stunden, wowir den König nicht so sehr als Regenten kennenlernen, sondern wo Er als Mensch und Christ in derreinsten und vollestcn Aufrichtigkeit erscheint.
Was der Verfasser, beglückt durch Sein gnädi-ges Vertrauen, in diesem langen Zeiträume unmittel-bar aus Seinem Munde vernahm: in kirchlichen Ge-schäften berieth und verhandelte: Alles, was er in dernächsten Nähe sah, hörte, beobachtete und bemerkenswcrthfand, trug er, seiner alten Gewohnheit treu, ein Tage-buch zu führen, in dasselbe, sowie es geschehen, neuund frisch ein: damals freilich nicht ahnend, daß esihm für den vorliegenden Zweck je so wichtig und nütz-lich werden würde. Aus diesem Memorialbuche sinddie Erinnerungen genommen und zusammengestellt,welche diese Schrift enthält, und alles in ihr Erzählte,was ich nicht selbst unmittelbar sah und hörte, son-dern mittelbar empfing, ist ebeü so zuverlässig undauthentisch: denn ich verdanke es der vertraulichenMitthcilung des Obristen, nachherigcn General-Lieu-tenants, Kriegsministers und General-Adjutanten v o nWitzleben und des Geheimen Cabinetsrathes Al-brecht, die Beide damals dem Könige am Nächstenstanden, deren Freundschaft mich beglückte, und mit