Kmistberichte aus Paris.
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S ch il c tz
ist ein bekannterer Name. Ich erwähne ihn aber nicht mit so großemVergnügen, wie den vorhergehenden, der bis jetzt wenig in der Kunst-weit genannt worden. Vielleicht weil die Kunstfreunde schon bessereWerke von Schlich gesehen, gewährten sie ihm viele Auszeichnung,und in Berücksichtigung derselben muß ich ihm auch in diesem Be-richt einen Sperrsitz gönnen. Er malt gut, ist aber nach meinenAnsichten kein guter Maler. Sein großes Gemälde im diesjährigenSalon, italienische Landleute, die vor einem Madonnabilde umWundcrhilfe flehen, hat vortreffliche Einzeluheiten, besonders einstarrkrampfbchaftcter Knabe ist vortrefflich gezeichnet, große Meister-schaft bekundet sich überall im Technischen; doch das ganze Bild istmehr redigiert als gemalt, die Gestalten sind deklamatorisch in Sceuegesetzt, und es ermangelt innerer Anschauung. Ursprünglichkeit undEinheit. Schnctz bedarf zu vieler Striche, um etwas zu sagen, undwnS er alsdann sagt, ist znm Teil überflüssig. Ein großer Künstlerwird zuweilen, ebensowohl wie ein mittelmäßiger, etwas Schlechtesgeben, aber niemals giebt er etlvaS Überflüssiges. Das hohe Streben,das große Wollen mag bei eitlem mittelmäßigen Künstler immerhinachtungswert sein, in seiner Erscheinung kann es jedoch sehr uner-quicklich wirken. Eben die Sicherheit, womit er fliegt, gefällt unsso sehr bei dem hochfliegenden Genius; wir erfreuen unS seineshohen Flugs, je mehr wir von der gewaltigen Kraft seiner Flügelüberzeugt sind, und vertrauensvoll schwingt sich unsere Seele mitihm hinauf in die reinste Sonnenhöhe der Kunst. Ganz anders istu»S zu Mute bei jenen Theatcrgenien, wo wir die Bindfäden er-blicken. woran sie hinaufgezogen werden, so daß wir, jeden Augen-blick den Sturz befürchtend, ihre Erhabenheit nur mit zitterndemUnbehagen betrachteten. Ich will nicht entscheiden, ob die Bindfäden,woran Schlich schwebt, zu dünn sind, oder ob sein Genie zu schwerist, nur so viel kann ich versichern, daß er meine Seele nicht erhobenhat, sondern yerabgedrückt.
Ähnlichkeit in den Studien und in der Wahl der Stoffe hatSchnetz mit einem Maler, der oft deshalb mit ihm zusammen ge-nannt wird, der aber in der diesjährigen Ausstellung nicht bloßihn, sondern auch, mit wenigen Ausnahmen, alle seine Kunstgcnosscnüberflügelt »nd auch, als Beurkundung der öffentlichen Anerkenntnis,bei der Preisverieilnug das Lffizierkrcnz der Ehrenlegion erhalten hat.
L. Robert
heißt dieser Maler. „Ist er ein Historienmaler oder ein Gcnrc-maler?" höre ich die deutschen Zunftmeister fragen. Leider kannich diese Frage nicht umgehen, ich muß mich über jene unverständigenAusdrücke etwas verständigen, um den größten Mißverständnissen