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ein für allemal vorzubeugen. Jene Unterscheidung von Historie undGenre ist so sinnverwirrend, daß man glauben sollte, sie sei eineErfindung der Künstler, die am babtstvnischen Turme gearbeitethaben. Indessen ist sie von späterem Datum. In den erstenPerioden der Kunst gab cS »nr Historienmalerei, nämlich Darstellungenaus der heiligen Historie. Nachher hat man die Gemälde, derenStoffe nicht bloß der Bibel, der Legende, sondern auch der profanenZeitgeschichte und der heidnischen Götterfabel entnommen wurden,ganz ausdrücklich mit dein Namen Historienmalerei bezeichnet, undzwar im Gegensätze zu jenen Darstellungen ans dem gewöhnlichenLeben, die namentlich in den Niederlanden aufkamen, wo der proteslantischc Geist die katholischen und mythologischen Stoffe ablehnte,wo für letztere vielleicht weder Modelle, noch Sinn jemals vorhandenwaren, und wo doch so viele ausgebildete Maler lebten, die Be-schäftigung wünschten, und so viele Freunde der Malerei, die gernGcmäide kauften. Die verschiedenen Manifestationen des gewöhn-lichen Lebens wurdcu alsdann verschiedene „Genres".
Sehr viele Maler haben den Humor des bürgerlichen Kleinlebensbedeutsam dargestellt, doch die technische Meisterschaft wurde leiderdie Hauptsache. Älle diese Bilder gewinnen aber für uns einhistorisches Interesse; denn wenn wir die hübschen Gemälde desMieris, des Netscher, dcS Jan Stccn, des Van Dow, des Van derWerff n. s. w. betrachten, offenbart sich uns wunderbar der Geistihrer Zeit, wir sehen, sozusagen, den: sechzehnten Jahrhundert in dieFenster und erlauschen damalige Beschäftigungen und Kostüme. InHinsicht der letzteren waren die niederländischen Maler ziemlich be-günstigt, die Bauerntracht war nicht uumnlerisch, und die Kleidungdes Bürgerstandes war bei den Männern eine allerliebste Verbindungvon niederländischer Behaglichkeit und spanischer Grandezza, bei denFrauen eine Mischung von bunten Allcrweltsgrillen und einheimischemPhlegma. Z. B. Mynheer mit dem bnrgnndischcn Sainmetmantclund dem bunten Nittcrbarctt hatte eine irdene Pfeife im Munde;Myfrow trug schwere schillernde Schleppenkleider von venetiauischemAtlas, Brüsseler Kanten, afrikanische Straußfcdcrn, russisches Pelz-werk, westöstliche Pantoffeln, und hielt im Arm eine andalusischcMandoline oder ein brannzottigcs lbonäobsu von Saardamcr Rasse;der aufwartende Mohrenknabe, der türkische Tcppich, die buntenPapageien, die fremdländischen Blumen, die großen Silber- undGoldgeschirre mit getriebenen Arabesken, dergleichen warf auf dasholländische Käseleben sogar einen orientalischen Märchenschimmcr.
Als die Kunst, nachdem sie lange geschlafen, in unserer Zeitwieder erwachte, waren die Künstler in nicht geringer Verlegenheitob der darzustellenden Stoffe. Die Sympathie für Gegenstände derheiligen Historie und der Mythologie war in den meisten Ländern