Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
522
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Die Gefahr, es zu werden, liegt nahe und ist groß. DieGrenzlinie zwischen der Majestät und der menschenfreundlichenPopularität ist eigen und fein gezogen, und so sich auf der-selben zu halten und zu bewegen, daß man keiner von beidenetwas vergiebt und darin das rechte Maß hält, dazu wirdein Talent erfordert, das, wenn es den rechten Ton treffensoll, aus dem Inneren kommen muß. Kommt dieser aber nichtaus dem Inneren, ist er nur äußerlich angenommen, so fehltihm das feste leitende Princip sittlicher Wahrheit; er ist heuteso, morgen anders, bald hochfahrend, bald freundlich, jenachdem die Laune anstößt. Alles Gute, und auch dicß, liegtallein in der Wahrheit; aber man muß nicht halb, son-dern sie ganz haben, nicht nur dann und wann, nach denVerhältnissen zuweilen, sondern immer, unter allen Umstän-den, ihre Stimme hören und ihr folgen, mit einem Worte,sich ihr hingeben und auf ihr ruhen, wenn sie durch alleCollisionen sicher leiten und auf geradem Wege conftguenterhalten soll. Jedermann weiß, daß so der Hochselige Königwar, blieb, und immer mehr wurde. Das Feuer des anhal-tenden Unglücks hatte alles Verstellte von Ihm weggebrannt;Er war ohne alle Tünche eines schimmernden Berufes, undunendlich mehr, als Er schien. Nur nach und nach, ersthinterher, erkannte man dicß, wenn man Ihn oft sah undhörte. Er blieb sich immer gleich, man mochte Ihn beiglänzenden Hoffesten oder an zutraulicher Familien-Tafelbeobachten. Zwar sah man Ihn an jenen in der Staats-uniform, und an dieser im einfachen Lcibrock; aber der Mannwar im glänzenden Rittcrsaale und auf Seinem schmucklosenStübchen derselbe. Eine grundehrliche, redliche Natur,und doch in der Würde der Majestät voll Licht undKlarheit, so daß man stets Beides beisammen in Ihm