Dritter Abschnitt.Die Kirchliche Union.
ÄAt der Liturgie und Agende ist unzertrennbar ver-bunden die
Kirchliche Union,
so daß dieselbe in- und durcheinander, ver- und eingewachsenwar in Alles, was der Hochseligc König in dieser Beziehungwollte und beabsichtigte. Die Idee der Wiedervereinigung ge-hörte zu Seinen currenten Ideen, sie ging mit und neben Ihm;sie lag zum Grunde tief in Seiner Seele, tauchte überall auf,und ist, wenngleich das Zweite in der Ausführung, doch dasErste im Impulse. Schon bei Gelegenheit der Konfirmationdes Kronprinzen, den 2l)sten Januar 1813, sagte» Er zuden beisammenstehenden Geistlichen Sack, Ribbcck, Offelsmcyer,und Eylcrt: „Da stehen Sie nun als Brüder zusammen,verkündigen Ein Evangelium des Friedens, und sind dochvoneinander getrennt durch die Confession; die Einen nennensich lutherisch, die Anderen rcformirt. Bilden zwei verschie-dene Kirchen; sind voneinander geschieden. Miserabel! Solltenmiteinander verbunden sein." Sack antwortete: „Der Wunschder Union beschäftigte schon Ew. Königlichen Majestät er-lauchte Borsahren, den großen Churfürstcn und den KönigFriedrich Wilhelm I.; aber so löblich er war, sie mußtenihn doch aufgeben, er wollte nicht gelingen." — „Weiß wohl,"crwiedcrtc der König, „aber daraus folgt nicht, daß es auchjetzt mißlingen werde. Es kommt nur darauf an, daß manvon allen Seiten eine gute ernste Sache ernstlich will, dann