finster Abschniit.Die Ncigiiilg des Königs für das Schauspiel.
Licht ist, da ist auch Schatten. — Man hat mit dembekannten ernsten und besonders frommen Charakter des Kö-nigs Seine Neigung für das Schauspiel unvereinbar gesun-den; und doch war Beides in Ihm. Wenn Er von Zeitzu Zeit, bei außerordentlichen Gelegenheiten, hingegangen wäreund geistreiche, vorzügliche Spiele gesehen hätte, so würdeman darin nichts Befremdendes gesunden haben; denn auchernste und gebildete Männer und Frauen gehen zuweilengern hin und finden ein wahres Vergnügen daran, in-teressante, verwickelte Lcbenssccnen, in Meisterstücken gutgegeben, an sich in behaglicher Ruhe vorübergehen zu sehen.Aber der König ging fast täglich hin, und Er behielt dasbei in Seinem Alter, ja bis an Sein Ende. Er sah auchmittelmäßige Dinge, Possen, auf dem sogenannten Kasperle-Theater, und liebte überhaupt mehr komische, als tragischeDarstellungen. Wenn Er in Carlsbad oder Teplitz war,versäumte Er selten das Schauspiel, und so mittelmäßig,fade und leer, es oft war, Er hielt aus bis zuletzt. Ansdie Verbesserung und Verschönerung des Theaters in Berlinlegte Er, seit Er in Paris (wo Er, so oft Er konnte, hin-ging) gewesen war, einen großen Werth. Die Oper, ihre