Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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Freiheit. Das ist eben das Große und Bedeutungsvolle in derhohen Stellung eines Monarchen, daß er der Chef des Ganzenist und mit seinem Geiste es durchdringt. Ist der regierendeHerr beseelt von einem hellen praktischen Verstände, wahrerHumanität und einem christlichen Gemüthe, so ist in dieser un-vollkommenen Welt die unbeschränkte monarchische Regierungs-form die kürzeste, einfachste, einträglichste, wohlfeilste, schnellste,vielleicht die beste, die es giebt, sowie es da in einem Hause amBesten steht und geht, wo ein einsichtsvoller und guter Hausva-ter regiert und bestimmt. Aber nicht alle Hausväter sind weiseund gut, oft sind die majorennen Söhne besser wie sie; nicht alleRegenten sind Väter ihres Volkes, viele sehen sich nur alsunbeschränkte Herren desselben an, wähnend, dasselbe sei nurihretwegen und sie nicht für das allgemeine Beste da, undist es da allerdings ein hartes und schweres Loos, unter einembornirtcn, stolzen und sündhaften Monarchen, der alle Ge-walt in den Händen hat und übt, zu stehen. Daß es solche ge-geben hat und noch giebt, wußte Friedrich Wilhelm III.");aber Er wußte auch aus eigener hcrzerhcbendcr Erfahrung,daß, wie gute Kinder ihren guten Vater instinktartig lieben,so auch gute Unterthanen ihren angestammten gerechten undgeliebten Landeshcrrn und sein Haus, und daß es arg gehen

") Der König fragte einst den Grafen dl. d>., der bei'm Absterbeneines regierenden Fürsten zur Condolation, und zur Gratulationdes Regierungsantritts des Nachfolgers als Gesandter hinge-schickt war:Was sagt man von dem neuen Herrn"? DerGesandte antwortete:Man sagt von ihm, er sei bornirt,eigensinnig und heftig." Der König sah vor sich hin,kritzelte mit der Gabel auf den Teller, und sagte leise, dochso, daß Alle bei Tische es hören konnten:Fatale, miserablePrädikate zum Regiment!"

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