Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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489
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Der König war ein wahrer Christ: fest und wachsamin Seinem Glauben; weise und vorsichtig in Seinem Wan-del; billig in Seinem Urthcilez mild und gütig in SeinerGesinnung; gerecht in Seiner Entscheidung; liebevoll gegenalle Menschen; dcmüthig in Seiner Haltung; wahr in allenSeinen Worten; voll von Würde in Seiner Gestalt; vollvon heiterer Hoffnung in Seiner stillen Richtung auf Gottund den Erlöser. Er ist einer der reinsten und besten Men-schen, die ich je gekannt habe, und ich ehre es als eine nichtverdiente Wohlthat, Ihm nahe gestanden zu haben."

Wenn ich denke an die Nachsicht, womit der HochseligeKönig mich getragen, an die mannigfachen ErweisungenSeiner Gnade gegen mich; an die huldvolle Erhörung mei-ner vielen Fürbitten für Bedrängte, Unglückliche und Arme:dann tritt mir eine Thräne der Wehmulh und des ehrerbie-tigsten Dankes in's Auge und ich sage mit Claudius:Ach! sie habenEinen guten Mann begrabenUnd mir war er mehr."

Träufte mir von Segen dieser Mann,

Wie ein Stern aus bessern Welten,

Und ich kann's ihm nicht vergelten,

Was Er mir gethan."

Zum Lchtenmalc habe ich Ihn gesehen drei Wochenvor Seinem Heimgange. Ich hatte in der Palais-Kapellegepredigt. Vor dem Gottesdienste berichtete mir ein Adju-tant: der König befinde sich unwohl und werde nicht kom-men. Aber Er kam doch, zu Ende des Anfangslicdcs. Erwar sichtbar krank und saß da ineinandergesunkcn wie ein