Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
483
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wenn Sr. Majestät Bericht über die Sache forderte, sokönne und würde er günstig für den unglücklichen Mannberichten. Als ich dem Könige die Sache vorstellte, sagteEr:man könne nur und müsse mit aller Strenge gegenuntreue Casscnbcamte verfahren; weil ich aber fach- undpersoncnkundig, versichere, daß dieser Mann aller Berücksich-tigung wcrth sei, so wolle Er den Minister Maasscn zumBericht auffordern." Auf meine offene Erwiderung:daßich schon mit dem Minister gesprochen und derselbe mir ver-sprochen habe, wenn Sr. Majestät Bericht fordern sollte,er einen günstigen über den auch ihm rühmlichst bekanntenMann abstatten werde," sagte der König lächelnd:Ist mirlieb, daß Sic mir das ehrlich sagen; ich will überlegen, wiehier zu helfen ist." Etwa A Wochen später ließ der Königmich zur Tafel befehlen und sagte mir:Sie können demRendantcn eine angenehme Nachricht schreiben; auf den Grundanderweitig eingezogener guter conformer Berichte habe ichgestern den Proceß gegen ihn niedergeschlagen; ist mir lieb,daß sich die Sache hat machen lassen!"

Bon der großmüthigen Gnade des Königs gegen die-jenigen, welche sich an Ihm und Seiner hohen Person versün-diget, will ich ebenso ein Beispiel mitthcilen. Als die Arresta-tioncn und Untersuchungen gegen die demagogischen Umtriebeim Gange und viele junge Leute schon zu schwerer Strafeverurtheilt waren, predigte ich in der Capelle zur Passionszeitvor dem Könige über die Worte des Herrn: Bat er, ver-gicb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!Nachdem ich gezeigt, daß die Leidenschaft die Menschen blind,zu aller vernünftigen Ucberlegung unfähig macht, und von

irrigen Boraussetzungen ausgehend, allen besseren Regungen

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