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„Wie Du Viele Dir bekannte Beispiele der Gerech-tigkeit, Milde, Großmuth, Wahrhaftigkeit, Dcmuth undfester Conscquenz, aus Bescheidenheit und in Rücksicht aufnach lebende Personen in Deinem Buche über Ihn nichtangeführt hast, so darf auch ich so Manches, was ich nurdem Freunde anvertrauen darf, nicht auf dem öffentlichenMarkte zur Schau stellen, so sehr es auch den König imLichtglanze darstellen würde. Hier also nur Einiges, wasich selbst gehört, geschämt und erfahren habe."
„Es wurde mir vor It) Jahren schwer, mein patriar-chalisches Landleben am lieben Rheine und mein zutraulichesDorf Budberg mit meiner dort geborenen und eingewachsenenFamilie zu verlassen; sehr schwer, die Propststellc in Berlin,um welche ich mich weder mittelbar noch unmittelbar bewor-ben hatte, anzunehmen. Das geht nicht, dachte ich, undwollte wie David im Kampfe mit dem Riesen Goliath zuvoreinen ehernen Helm aufsetzen, einen Panzer anlegen, und einSchwcrdt umgürten. Aber darin konnte ich mich nicht freibewegen, ich war's nicht gewohnt, und legte dieses Rüstzeugwieder von mir. Du willst bleiben, wie du bist, nahm ichmir vor, und den einfachen Hirtcnstab, womit du die Läm-mer in der Dorfgemeinde geweidet hast, behalten. Gott wirddir helfen, kommst du doch in seinem Namen."
„Als der König nach meiner Ankunft zu Berlin michzu sich nach Potsdam bcschicd, freute ich mich zwar, daß ichden König von Angesicht zu Angesicht sehen sollte; aber eswar mir dabei doch ängstlich um's Herz. Diese Furcht abernahm ab, als der Herr in Seiner edlen hohen Gestalt in'sAudicnzzimmer trat und mit Seinem dunkelblauen treuenAuge mich wohlwollend ansah. Die Furcht verschwand