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Nach dem Erzbischofe Borowsky in Königsberg, dender König vor allen Geistlichen am Meisten schätzte undliebte, war Ihm der gewesene Landprcdiger zu Budberg amRhein, der General-Superintendent Bischof vi. Roß, theuerund wcrth. Derselbe war nach Berlin berufen, weil er,viele Jahre Präses der dortigen Synode, den kirchlichenSinn der Rheinländer genau kannte, deren Achtung undVertrauen sein würdevoller heiterer Ernst und seine Herz ge-winnende Liebe besitzet. Als Propst und Ober-Consistorialrathstand er schon in seiner ganzen amtlichen Stellung dem Kö-nige nahe, predigte er sehr oft In der Königlichen Capelle,und in seiner Wahrheitsliebe, Schmucklosigkeit und Humani-tät sympathisi'rte er mit dem Hohen Herrn, der sich zu ihmhingezogen suhlte. Der König bewies ihm in Uebertragungwichtiger Aemtcr Vertrauen. Er schenkte ihm eine aufmerk-same gnädige Liebe, wie nur Wenige sie besessen haben. Esist etwas ganz Eigenthümliches mit dem, was man Zunei-gung nennt. Man fühlt wohl ihr Wehen, aber man weißnicht, woher sie kommt und wohin sie führt. Sie ist dieAbwesenheit aller Formen der Etiquctte; und doch sagt undthut sie nichts, was irgend einer Form zuwider wäre. Siesteht in höherer Salbung über derselben und man fühlt inheiterer freier Bewegung ihre Fesseln nicht. Sie kann esganz vergessen, daß man vor einem mächtigen regierendenHerrn steht und zu ihm spricht; und doch spricht sie in die-sem Sichgehcnlasscn nichts, was verlegen machen und Unruheerzeugen könnte. Ihr Blick ist so rein und fest, ihre Spracheso gutmüthig, ihr ganzes Wesen so natürlich und unbefangen,der Strom ihrer Gedanken so klar und tief, daß der Menschvor dem Menschen steht und das Rangverhältniß, ohne daß