4?«
dränge, so daß der König immer mehr zurückgeschoben wurde.Der Adjutant auf der zweiten Bank sagte leise einem derHerren: „man möchte doch dem Fremden einen bequemenPlatz gönnen! es sei der König von Preußen." Als Einerdieß dem Andern zuflüsterte, erschraken sie, und baten densiegreichen König um Verzeihung, daß sie so wenig Rücksichtauf Ihn genommen, sie hätten Ihn in Wahrheit nicht ge-kannt; und die Herren schickten sich nun an, die Bänkeschleunig zu verlassen. Der König aber winkte sie freundlichzurück, mit den Worten: „Bleiben Sic! Es ist noch für unsAlle Platz; in der Kirche sind wir einander Allegleich."
Die Agende sah der König als ein für die uniirteLandeskirche wichtiges Werk an und in das für die Schloß-kirche zu Königsberg bestimmte Exemplar schrieb Er eigen-händig folgende Worte:
„Der Schloßkirche zu Königsberg in Preußen wirdnach dem Wunsche ihres jetzigen ehrwürdigen Hirten undSeelsorgers, des Erzbischoss Borowsky, diese insbesonderefür die Provinz Preußen bestimmte Kirchen-Agende zurBeförderung christlicher Gottesfurcht und Tugend der Ge-meinde zugestellt, mit dem Wunsche, daß der Allmächtigeihn noch lange erhalte, wenn der Herr ihn aber dereinstzu sich gerufen haben wird, dessen Nachfolger seinem echtevangelischen Vorbilde nachstreben möge.
Berlin den 18. Januar 1831.
Friedrich Wilhelm."