Druckschrift 
3,2 (1846)
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redete er den stillhaltenden König an. Derselbe dankte fürdie erwiesene Aufmerksamkeit freundlich, und da man nochmehrere Meilen bis Erdmannsdorf hatte, antwortete derPfarrer auf die ihm vorgelegte Frage: „wie spat es sei?"„halb 7 Uhr." Kaum hatte er dieß gesagt, so brach einlautes Gelächter von Allen, die auf dem Korbwagen saßen,selbst vom Könige, aus, so daß der arme Mann nicht wußte,wie ihm geschah. Der Königliche Kutscher fuhr inzwischenfort; kaum war er aber weggcfahrcn, so rief der König:„Halt!" stieg aus und ging zu dem noch betreten dastehen-den Pfarrer. Ihm die Hand reichend, sagte Er zu ihm:„Müssen nicht glauben , als wenn wir Sie ausgelacht hätten!Die Sache verhält sich so;" und nun erzählte Er ihm den gan-zen Vorfall. „Essen Sic künftigen Sonntag bei mir; dannwill ich Ihnen die ganze Geschichte umständlicher erzählen."Dieß geschah; und der König behandelte den Geistlichen mitausgezeichneter Güte. H

LS.

Gedenke des Sabbath-Tages, daß du ihn hei-ligest. Dieser biblische Befehl war dem Könige in christli-cher Gottesfurcht heilig und nur Krankheit konnte Ihn ab-halten, mit Seinem Hause dem öffentlichen Gottesdienstebeizuwohnen. Sein oft ausgesprochener Grundsatz war: „DerSonntag muß sein Recht haben; ohne fromme Feier desSonntages gicbt es keine rechte Woche." Wie sehr es Ihmdamit bei allen Geschäften und Abhaltungen ein Ernst war,hat Er bei allen Gelegenheiten Sein ganzes Leben hindurchbis an Sein Ende bewiesen.

*) Nach der mündlichen Mittheilung eines Augenzeugen.