Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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Schröder *) um II Uhr: „daß Er auf der Pfaucninsel amSchlosse vor dem grünen Rasen dicht an der Allee imFreien speisen wolle." Schnell mußte also der Küchcnwagcnhingeschickt werden, und es war in der Uebcreilung kaumnoch Zeit, die Mittagstafel besonders für die eingeladenenGäste würdig einzurichten. Man war aber sehr heiter undvergnügt, wie man es gewöhnlich bei allem Unvorbereitetenzu sein pflegt. Bci'm nach Hause Fahren fragte der Königden dicnstthuenden Leibjägcr: „ob er mit den klebrigen auchordentlich zu Mittag gcspeiset habe und satt geworden wäre?"„Dazu," antwortete der Leibjäger, „war heute keine Zeit;Alles ging über Hals und Kopf, auch war nicht so viel da;der Küchenmeister Schröder hat sich aber doch mit uns ab-gefunden und hat Jedem Einen harten Thalcr gegeben." „Nunaber wohl hungrig?" fragte der König. „Ja!" antworteteder Diener, „der Magen hängt freilich schief; aber daS thutnichts, wir freuen uns auf den guten Abend." Der Königschwieg still; aber kaum in Potsdam angekommen, ließ Erden Küchenmeister Schröder zu sich heraufkommen und fragteihn: „ob er schon einmal einen harten Thalcr gegessen?Nicht wahr, der schmeckte gut, wenn Sie recht hungrigwaren? Miserabel! Und doch haben Sic es heute so mitmeinen Leuten gemacht. Diese dürfen nicht hungern. Sollenund können früher essen; dieß läßt sich einrichten. Zu ver-langen, gute Speisen, mir, meinen Kindern und Gästen

Der Küchenmeister Schröder war ein im Dienst ergrauter wür-diger biederer Mann, der mit Wissen des Königs manchemKranken und Genesenden Erquickungc» von der KöniglichenTafel zu Theil werden ließ. — Ich habe diese Anekdote vonihm selbst.