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Religiosität redete er, wie immer, mit tiefer Verehrung; dochHobe ich nie erfahren können, ob der Hvchsclige Herr wirklich,wenn auch nur eine kurze Zeit, den Starrgläubigcn, denconfcssioncllcn schulmäßigen Systcmatikcrn, den modernenMystikern und Pietisten wirklich angehörte; gewiß ist, daßEr sie lieber als die so genannten Aufklärer hatte und siegegen alle harten Maßregeln in Schutz nahm. Der Königwar und blieb ein Mensch; und gesetzt, Er hätte bei SeinemHange zur Frömmigkeit jemals die gesunde rechte Mitteverlassen: wurde Er, von dieser Versuchung umstrickt, nichtum so größer und chrcnwerthcr sein, wenn Er sie glücklichbesiegt hatte? Als ich einmal gepredigt hatte über dieschöne biblische Stelle: „Christus mußte in allen Dingen sei-nen Brüdern gleich werden, auf daß er barmherzig würde undein treuer Hohenpriester vor Gott, zu versöhnen die Sündendes Volkes; denn darin er gelitten und versucht ist, kann erhelfen denen, die versucht werden. Wir haben nicht einenHohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unsererSchwachheit, sondern der versucht ist allenthalben, gleich wiewir" ?c. dankte Er mit einer Ihm sonst nicht gewöhnlichenWärme. Er sprach vortrefflich über die Versuchungen inder Religion und die Gefahr ihrer Extreme. Vor derselbenwar Er bewahrt in der trüben Zeit Seines Unglücks, welchemdie contcmplativc Passivität der Mystik näher liegt, als demheiteren Glück, — wie hätte Er auf dem Gipfel desselben, um-flossen von seinem Lichtstrahle, ein zufriedener Familienvater,umgeben von fröhlichen Kindern, in religiösen Dingen einerAnsicht zugethan sein können, die auch in gleichgültigenSachen (Adiaphoris) scrupulös, ängstlich, intolerant undselbstquälcnd ist? Alle Gesetze und Einrichtungen, die Er beider Reorganisation des Staates gab, athmcn den frischen
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