Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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währen, Dieß ist aber nur dann möglich, wenn ein ver-nünftiger Glaube am Steuerruder sitzt und mit fester Handes führt. Die wahre, echte Frömmigkeit macht kein Geräusch;sie ist dcmüthig, still und in sich gekehrt. Sie betet gernmit der versammelten Gemeinde; lieber noch im stillenFamilicnzimmcr mit den Hausgenossen; am Liebsten schüttetsie in einsamer Kammer bei verschlossener Thür vor Gott,der in's Verborgene sieht, das volle Herz aus. Die christ-liche Religion ist dem Christen ein Hciligthum und er kannes nicht preisgeben in einer vermischten Gesellschaft vonSeparatisten; alle Convcntikcln sind ihm unheimlich, ihreRegionen schwül und drückend. Freies Licht, freie Wärme,helle Klarheit, sonnige Tiefe, frische Gvtteslust, sei und bleibeunsere Loosung und Wahl. Unser Gottesdienst sei ein ver-nünftiger. „Herr, wohin sollen wir gehen? Nur du hastWorte des ewigen Lebens!"

Einige Tage nachher kam der Obrist von Witzlebcn zumir. Bei'm Hcrcintreten in mein stilles Studirzimmcr sagteer mit der ihm eigcnthümlichcn Offenheit in freundlicherBezugnahme auf diese vor dem Könige gehaltenen Predigten:„Sie haben Recht; der Geist des Christcnthums ist ein Geistdes Lichtes und der Wärme. Denken, Fühlen und Thun mußbeisammen sein; nur darin werden wir fertig. Ich dankeGott, daß ich der Gefahr, ein Pietist, Mystiker und Sepa-ratist zu werden, glücklich entgangen bin"; ihren Convcntikclnbeigewohnt zu haben, schämte sich der in der Union undihrer Universitalität lebende hochherzige Mann; dagegen spracher von der öffentlichen Andacht in der Kirche und von demGebet im Hause, besonders in einsamer Kammer, mit Liebeund Begeisterung. Von dem Könige und Seiner echten