Druckschrift 
3,2 (1846)
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wohnlicher Geist, lässig und träge. Seinen Neigungen folgend,sei Er unfähig, einen großen Staat zu regieren, und schon zu-frieden, wenn sich nun die einmal in den Gang gebrachteMaschine in dem Gange erhalte. Es sei Ihm gleichgültig,ob dieß mechanisch, oder geistreich unter stets neuen, leben-digen, fortschreitenden Anregungen geschehe. Nie sei die Machtund Gewalt der Minister größer gewesen, als unter Ihm;jede Jmmcdiat-Bcschwerde der Unterthanen schicke Er zumgutachtlichen Bericht an die zurück, von welchen die ersteVerfügung ausgegangen, der dann nicht widersprochen würde,und so bewege man sich, ohne etwas auszurichten, im Cirkel.Daher käme die Macht der Büreaukratie; diese sei eine eiserneKette, welche systematisch von unten herauf bis zum Thronehin das Ganze um- und einschließe, und da sei es unmöglich,durchzukommen. Der Staats-Kanzler Fürst Hardenberg seieigentlich König; da er aber auch die Minister als seineWerkzeuge brauche, sei er, der die Genüsse und Freuden derTafel in der Gastfreundschaft liebe, leicht zufrieden gestellt, esfinde auch bei ihm Ungunst und Gunst statt, es käme nurdarauf an, ihn zu gewinnen.*) Jedermann habe seinen

") Bon allen Regenten Preußens hat kein König im Ucbcrgcwichteines scharfen und allumfassenden Geistes autokratischcr regiert,als Friedrich der Große. Keiner hat seine Minister strengergehalten, Keiner von ihnen mehr verlangt, Keiner sie genauercontrolirt, als er. Der Justiz-Minister von der Reck erzählteschsissima, vertue):Zweimal im Jahre hielt der große Mannin 8ni>8-sonei Morgens früh Minister-Revue, im Frühjahreund im Herbste. Alle waren versammelt, und kein Schüler kann sei-nen strengen Rector so fürchten, wie die Minister ihn fürchteten.