Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
412
Einzelbild herunterladen
 

412

leuchtet und beseelt, fehle es ihm nie an rcichbcgabtcn salbungs-vollen Lehrern, und in die Stelle des vor Kurzem Heimgegange-nen, unvergeßlichen, beweinten, gerade auch heute schmerzlichvermißten thätigcn und treuen Hirten, der mit heißer Sehn-sucht diesen Tag zu sehen wünschte, und ihn nicht sah, werdeder Gemeinde wieder ein Mann zu Thcil, der mit demScharfblick eines erleuchteten biblischen Forschers die sanfteKindlichkeit eines frommen Gemüthcs verbindet: ein Mann,der in dem Leben für Andere sein eigenes wahres Leben findet."

Und du, thcure Nicolai-Gemeinde, in deren Angelegen-heit heute zu reden ich den ehrenvollen Austrag habe,empfängst den Bau einer neuen, schönen, dir gewidmetenKirche, als eine unschätzbare Gabe für dich, deine Kinder,Enkel und Nachkommen, mit ehrfurchtsvollem Danke, ausder milden, segensreichen Hand Sr. Majestät unsers thcuerstcnKönigs und Herrn. Ich vermag es nicht, diesen Dankwürdig und vollständig auszusprechen, denn Seine Huld undGüte, namentlich für unsere Stadt, ist unaussprechlich. Wassie ist und hat, ist und hat sie durch Ihn und von Ihm. Auchbedarf es dessen nicht. Ein Landesherr, dem Gott neben deräußeren Majestät zugleich die innere verlieh, der Sein Volkglücklich macht, und Sein Zeitalter verherrlicht, ist über jedesMcnschcnlob erhaben. Die Gnade Gottes ist Seiner landes-väterlichcn Bestrebungen höchstes Ziel,und da ist dasRühmen nicht nütze". Nur an die Zeit will und mußich erinnern, die zwischen dem 3tcn September 1795, wo dieKirche abbrannte, bis heute liegt, wo ihr Wiederausbaubeginnt. Diese 35 Jahre schließen mehr Ungewöhnliches,Außerordentliches und Thatenrcichcs, in sich, als sonst manchesJahrhundert."