Der geniale, kunstsinnige und kunstcrfahrcne Schinkelerhielt den Austrag des Ausbaues uud legte mehrere Plänevor, aus welchen nach langem Prüfen und Vergleichen der-jenige, welcher am Meisten gefiel, gewählt wurde. Die Wahlwurde bestimmt nicht durch den Geldpreis, denn daraufwurde hier nicht gesehen; der Königliche Herr wallte inSeiner Ihm lieben Residenz und in der Nähe des alten Schlussesein Olrek ckoenvre haben. Als der Grundstein gelegt werdensollte, wurde im Austrage der Königlichen Regierung, desMagistrats, als Patrons der St. Nicolai-Gemeinde, den ZtenSeptember 188l) vom Referenten folgende„Wcihredc"gesprochen:
„Unsere Hülfe und unser Anfang sei im Namen desHerrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen."
„Alt, und im Alter ehrwürdig, und in der Ehrwürdig-keit bedeutungsvoll, ist die fromme Sitte, Gebäude, die einen
unkirchlich geworden sei; daß mit derselben sie sich wiedersammeln und in einer heiligen vereinigenden Stätte erst sichwieder vereinigen könnte und würde. Dem Könige war dasganz recht und nach Seinem Sinne. Lange und gcmüthlich sprachEr darüber, „wie bei Seiner Anwesenheit in Potsdam, imSchlosse nach der Straße hin wohnend, durch die Orgcltöneund den Gesang der Gemeinde aus der in der Nähe liegendenNicvlai-Kirche die ersten religiösen und kirchlichen Gefühle inIhm wären geweckt worden. Noch erinnere Er sich so gut,als wenn es gestern geschehen wäre, wie Er als Kind sichan» offene Fenster gesetzt und Stunden lang auf die herübcr-hallenden Klänge und ihre Melodien gelauscht habe. DieNicolai-Kirche wäre Ihm darum sehr lieb, und schöner, alssie gewesen, wolle Er sie wieder ausbauen lassen".