Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
406
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abgebrannten stand noch immer zum Skandal da., dieSoldaten nannten es spottwcisc ein Vorhemdchen, wo nichtshinter sei. Die Prediger der großen, nun verlaufenen Nicolai-Gemeinde fühlten sich sehr unglücklich und lamcntirten undprotestirten, vergeblich! es blieb so.

Das unglückliche Jahr 1806 kam mit feiner Calanütätüber Stadt und Land. Wohl bedurfte unser Aristocratismusund seine hochmüthigc Trägheit, unsere egoistische Sinnlichkeitund Frivolität, unsere falsche Sicherheit und leere Eitelkeit,einer bessernden Züchtigung. Diese heimsuchende Züchtigungdauerte 7 Jahre. Und wir thaten Buße und ließen unsbessern. Mit dem wiederkehrenden guten einträchtigen Volksegciste wurde auch der kirchliche Sinn wieder besser. DieKirchen füllten sich wieder und die verlassenen Altäre wurdenwieder aufgesucht. Dieß geschah vorzüglich da, wo die stilleKraft des erhabenen Beispiels des Königs, den man sonn-täglich zur Kirche und oft zum heiligen Abendmahl gehensah, hin- und durchdrang. Die Bürgerschaft in Potsdamfühlte nun wieder das Bedürfniß einer eigenen Kirche undbat den König um den Wiederaufbau derselben. Zu derEigenthümlichkeit Desselben gehörte auch, daß Er SeineWohlthaten nicht aufdrang, aber sie gern gewährte, wenndas Bedürfniß derselben offen, klar und pflichtmäßig, sichaussprach. Ich wurde zum gutachtlichen Bericht aufgefordert,.und erklärte mich mit voller überzeugter Seele für den Bauder Kirche einer ansehnlichen Stadtgemcinde, welche inzwischenwohl zu 10,000 Seelen angewachsen war. In meiner Vor-stellung bewies ich, daß seit dem Abbrande und der ver-schiedenartig incorporirtcn zerrissenen Theile sich alle Gemein-schaft in der Gemeinde verloren habe; daß sie ohne Kirche